Mittwoch, September 20, 2017

Offener Brief von Hannes Hausbichler an die Basler Zeitung

Heute morgen berichtete Genderama über Artikel der Basler Zeitung über Hannes Hausbichler, den Bundesvorsitzenden von Österreichs Männerpartei. Jetzt hat Hannes Hausbichler dieser Zeitung einen Brief zugesandt, den er als Offenen Brief gerne auch hier auf Genderama veröffentlicht sieht und der darauf hindeutet, dass dieser Artikel von ähnlicher journalistischer Qualität wie das Hit Piece Sebastian Eders der Frankfurter Allgemeinen gegen mich ist. Wenn Hannes Hausbichlers Darstellungen zutreffen – und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln –, wurden auch seine Positionen im Interview massiv verzerrt wiedergegeben, teilweise sogar in ihr Gegenteil verkehrt.

Ich selbst habe meine Meinung zu dem Artikel in der "Basler Zeitung" heute morgen bereits geäußert und dokumentiere hier die Stellungnahme/den Offenen Brief Hannes Hausbichlers ohne zusätzliche eigene Wertung und Kommentierung im Wortlaut:



Sehr geehrte Damen und Herren,

Rosa Schmitz hat ein Interview von mir wiedergegeben, wie folgt: https://bazonline.ch/leben/gesellschaft/die-leiden-des-jungen-hausbichlers/story/15066573

Zum einen ist es kein Stil, wenn sich eine Journalistin mir im Interview freundlich zugewandt gibt, um in Wirklichkeit offenbar schon von vorneherein geplant zu haben, einen Vernichtungsartikel zu schreiben. Das finde ich unehrlich und feige.

Doch endgültig gegen jeglichen Journalistischen Kodex ist es, mich bewusst falsch zu zitieren.

Folgende Wiedergebungen sind falsch:

Auch "die scheiss Frauenquote", wonach Frauen "immer nur auf Grund ihres Geschlechts, nicht wegen einer tatsächlichen Qualifikationen angestellt werden", sollte abgeschafft werden: Niemals habe ich die Worte "Scheiss-Frauenquote" in den Mund genommen. Sie werden unmöglich in der Lage sein, das zu beweisen, denn ich habe es einfach nicht gesagt. Ihr Medium verbreitet eine kreditschädigende Unwahrheit über mich und schadet einer politischen Partei.

Die "strikten Grenzen für Frauen" sind so nicht gefallen, sondern offenbar bewusst falsch wiedergegeben. Generell, und das habe ich im Interview sicher klargestellt, geht es nicht darum, was Frauen falsch machen würden, sondern welche Möglichkeiten Menschen haben und wie sie diese Möglichkeiten missbrauchen können.

Ich habe mich niemals als Antifeminist bezeichnet, schon gar nicht als Maskulinist. Dies ist im Interview nie gefallen, ein dementsprechender Hinweis wäre nirgendwo in allen Medien oder Internet zu finden. Im Gegenteil sind Interviews mit mir dokumentiert, in denen ich sage: Ich bin kein Männerrechtler, sondern Menschenrechtler.

Ich habe nie gesagt, jetzt seien die Männer auch einmal dran. Da hat Frau Schmitz eine feministische und vermutlich genau ihre eigene Denkweise in mich projiziert.

Ich sage nicht, dass Männer von Frauen unterdrückt werden. Frau Schmitz habe ich sogar erklärt, dass ich eben das nicht glaube und sage. Frau Schmitz jedoch behautet das genaue Gegenteil.

Gesetzlicher Sexismus: Das kommt ebenfalls nicht von mir. Vor ein paar Jahren gab es einen Bericht, der mich fälschlicherweise mit dem Wort "Sexismus" zitiert, das ist jedoch nicht in meinem aktiven Wortschaft. Im Interview ist "gesetzlicher Sexismus" jedenfalls nicht gefallen. Entweder hat sie es aus dem Internet und damit nicht mich, sondern eine andere Zeitung zitiert und "gesetzlich" frei ausgedacht und hinzugefügt, oder sie hat es erfunden.

"Seine womöglich testosterongesteuerte Tendenz zu übertreiben": Das finde ich skandalös und beleidigend. Stellen Sie sich vor, ich unterstelle Frau Schmitz Hormonprobleme. Will die BAZ auf diesem Niveau sein?

"ist das weibliche Geschlecht in seinen Augen an allen Übeln dieser Welt schuld": Genau das Gegenteil habe ich Frau Schmitz lange erklärt. Offenbar geht es ihr nur darum Frauen gegen mich aufzuhetzen.

Dass diese Reportage dann sogar noch bei Arne Hoffmann sexuellen Missbrauch vermutet, ist bloß die Fortsetzung der eigenen Disqualifikation von Rosa Schmitz.

Natürlich soll für mich die Scheidung eine traumatische Erfahrung sein. Ich lasse mich sicher nicht so aus der Ferne psychologisieren. Meine politische Einstellung hatte ich schon, bevor ich jemals verheiratet war.

Dass die Männer unter der Emanzipation leiden, habe ich ebenfalls nicht gesagt. Dass Rosa Schmitz anschließend meint, sie wüsste, was wahr sei, kenne ich von keinem guten Journalisten.

Die Männerpartei trete nicht für Frauenrechte ein: Ich habe klargestellt, dass wir uns für allgemeine Menschenrechte einsetzen, für Männer und Frauen. Somit verzerrt der kritisierte Satz meine Aussage bis zur Lüge.

Ich fordere Sie daher auf:

1. Den Beitrag im Internet umgehend zu korrigieren

2. In der Printversion. falls dieser Artikel darin veröffentlicht wurde, sowie in den Online-News eine Richtigstellung zu veröffentlichen mit zumindest der Aussage, dass ich niemals die Worte "Scheiss-Frauenquote" von mir gegeben habe, und den sinngemässen weiteren Richtigstellungen

3. Mich über diese Veröffentlichung und die Richtigstellung zu informieren.

Soweit die rechtlich relevanten Forderungen.

Zusätzlich schlage ich vor, aus menschlichen Gründen und für die Seriosität Ihres Blattes, sich bei mir und Arne Hoffmann zu entschuldigen und gegenüber Rosa Schmitz personelle Konsequenzen zu setzen. Diese Art von Journalismus schadet Ihrem Blatt, so bin ich überzeugt.

Sollte ich bis Ende dieser Woche keine Antwort erhalten, werde ich weitere Schritte setzen.

Dieser von oben bis unten Fehlerhafte, gegen mich gerichtete Artikel würde in mehrfacher Hinsicht Forderungen gegen Sie begründen:

- Persönlicher Art

- Denunzierung einer politischen Bewegung

- berufliche Schädigung meinerseits, weil ich viele Geschäftsbeziehungen in den Raum Basel habe und natürlich dieser Artikel im Internet steht.

Abschließend führe ich weitere Fehler in der Reportage von Rosa Schmitz an:

Zum Foto der Demonstration: Diese war in St. Pölten, nicht in Bregenz

Was das Familienrecht betrifft: Da rede ich nie von Sorgerechtsstreit, sondern von Kontaktrecht und Unterhalt. Frau Schmitz wird den Unterschied nicht verstanden haben, das kenne ich von mehreren und kann es einfach als Auffassungsfehler tolerieren.

Zum Schluss stellt sich im Grunde nur mehr die Frage, was eigentlich richtig ist an diesem Artikel. Die persönliche Motive von Rosa Schmitz scheinen sie völlig geblendet zu haben. Ich kann Ihnen sagen, dass ich in Österreich, nach zahllosen Medienkontakten und Interviews, noch niemals so einen völlig parteiischen Beitrag auf diesem niedrigen Niveau über mich oder uns gesehen habe, und gerade Schweizer Medien als mindestens ebenso seriös kenne. Kritisch darf jeder gegenüber uns sein. Doch das hier war völlig unsachlich und unprofessionell, wie ich leider feststelle.

Mit freundlichen Grüßen

Hannes Hausbichler




Dr. Bruno Köhler, Zweiter Vorsitzender der geschlechterpolitischen NGO MANNdat, reagiert mit folgendem Kommentar auf den Artikel in der Basler Zeitung:



Bei solchen Artikeln, ist es nicht verwunderlich, dass der Feminismus als Männerhassideologie wahrgenommen wird. An diesem Armutszeugnis an Diskursunfähigkeit von Feministinnen hat sich seit dem Geschlechterkriegsdenken der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts nichts geändert. Männer, die es wagen, ihre berechtigten Anliegen und Belange in die geschlechterpolitische Diskussion einzubringen, sind Jammerlappen, gescheiterte Existenzen, Frauenhasser oder Nazis oder alles zusammen. Danke, kenn ich. Rest geschenkt.

Rosa Schmitz müsste jedenfalls dringend an ihrem Männerbild arbeiten. Aber das ist ihr Problem. Solange jedenfalls solche Feministinnen Gift und Galle speien über Aktivitäten von Männerrechtlern, sind wir auf dem richtigen Weg. Daran wird auch der ebenso plumpe wie leicht durchschaubare Versuch Rosa Schmitz´ nichts ändern, Männerrechtler wie Arne Hoffmann gegen Hannes Hausbichler auszuspielen.

Daumen hoch für Hannes Hausbichler und seine Männerpartei.

Gastkommentar: "Warum mir Frau Bundesfrauenministerin Katarina Barley (SPD) gehörig auf den Pisser geht"

Ralph Steinfeldt, Erster Vorsitzender der Hamburger Initiative "Väter und Mütter für ihre Kinder e.V.", kommentiert in einem Beitrag, den er dankenswerterweise Genderama zur Verfügung stellt, die aktuelle Positionierung Ministerin Barleys:



Im Laufe der ersten Monatshälfte des Monats September des Jahres 2017 graben insbesondere zwei Wählergruppen der SPD massiv das Wasser ab. Die Mitglieder beider Gruppen wurden bis dahin von der SPD nicht nur belächelt, sondern wahlweise als Witzfiguren, Jammerlappen oder Faschisten öffentlich der Lächerlichkeit Preis gegeben. Dies ging so weit, dass eine SPD-nahe Stiftung eine Expertise darüber anfertigen ließ, wo und in welchem Maß beide Gruppen Schnittmengen mit Rechtsextremisten haben. Die SPD sorgte also dafür, dass beide Gruppen in einem Sack landeten, auf den ein/e Jede/r mal so richtig nach Laune drauf klatschen durfte, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Schließlich ist so eine Expertise ein wissenschaftliches Werk, von einer wissenschaftlich arbeitenden Organisation, an einen Wissenschaftler in Auftrag gegeben.

Wer dumm genug ist, dem/der fällt nicht auf, dass es nicht außergewöhnlich ist, wenn es Interessenüberschneidungen und auch Abgrenzungen gibt, wenn man zwei Personengruppen miteinander vergleicht. Die Kategorien der zu studierenden Männer waren: Männer, die sich für eine allumfassende Gleichberechtigung von Frauen und Männern aussprechen (genannt, nicht wirklich: Männerrechtler/Maskulisten) und Männer, die sich, rechtlich Müttern gegenüber schlechter gestellt, als Trennungsväter kritisch zu Wort melden (genannt, nicht wirklich: Väterrechtler).

Und wie bastelte sich die SPD ihre Rechtsextremisten? Ganz einfach: Die Expertise war so gestrickt, dass am Ende eine Möglichkeit einer politisch rechtsextremistischen Ausrichtung einiger Mitglieder beider Gruppen nicht ausgeschlossen werden konnte, aber sie waren entweder Männerrechtler, Väterrechtler oder beides.

Ziel: Distanzierung und Abkehr potentieller Neumitglieder von vorgenannten Gruppen, und all derjenigen bis dahin zugehörigen Männer, die sich eine rechtspopulistische Etikettierung nicht zumuten wollen.

Das Ganze kann, wer mag und über die Mittel verfügt, auch mit Frauenrechtlerinnen, Mütter-Gruppierungen, innerhalb des VAM(v) oder im Mix mit dem djb exerzieren.

Nicht aber die SPD. Sie hat dies zu keiner Zeit unternommen.

Die SPD hat seither (2010, Th. Gesterkamp) und bis zur Mitte diesen Monats entsprechend beauftragter und gelieferter Expertise politisch gehandelt.

Nun haben wir seit einigen Tagen eine fast noch nigelnagelneue, wahlweise alleinerziehende oder im Wechselmodell betreuende, Frauenministerin. Die fünf Tage vor der anstehenden Bundestagswahl bemerkt, dass ihr noch hochglänzendes Pöstchen gefährdet sein könnte, weil die nach rechtsaußen diffamierten Blödmänner tatsächlich politische Alternativen antreffen. Gemäßigte – und wohl ausschließlich vom Familien(un)recht Betroffene - zieht es zur FDP, die von weiteren Einschränkungen Gebeutelten zur AfD oder, dann doch mal links, Die Linke.

Hauptsache: weg von der SPD.

Nun also kommt Bundesfrauenministerin Katarina Barley auf der Zielgeraden an, mit einem randvoll mit Honig gefüllten Eimer in der einen, einen dicken Quast in der anderen Hand. Üppig gepinselt seien die Väter, wenn schon nicht die als solche bezeichneten Männerrechtler. Möglicherweise hofft sie, dass Väter noch lange vom Honig schwärmen, während sie selbst munter weiter mit VAM(v), djb & Co kungelt.

Ich hoffe, dass Frau Bundesfrauenministerin Katarina Barley über ihre Utensilien stolpert und das Rennen aufgeben muss, d.h. die Ziellinie nicht überquert. Weil sie außer Lippenbekenntnissen absolut nichts geliefert hat, weiter mit den ewig gleichen Cliquen kungelt und noch immer nicht vom sogenannten Alleinerziehen abrückt. Sie ist es, meiner bescheidenen Meinung nach, so sehr wert gewählt zu werden, wie ihr Ministerium Männer im Namen trägt.




Dieser Text wurde gestern im Original auf der Facebookseite Ralph Steinfeldts veröffentlicht und kann dort kritisch oder zustimmend kommentiert (oder auch einfach geliked) werden.

"Werden Feministinnen die Männerrechtsbewegung unterstützen?" – News vom 20. September 2017

1. "Österreichs Männer fühlen sich von den etablierten Parteien zunehmend benachteiligt" berichtet heute die "Basler Zeitung". (Sollte dieses Problem nicht eigentlich ein Thema für Österreichs Medien sein?) Der Artikel porträtiert ausführlich Hannes Hausbichler, den Bundesvorsitzenden der Männerpartei Österreichs, der "fortlaufend für sein angeblich so unterdrücktes Geschlecht" kämpft. Dabei enthält der Beitrag die üblichen Fehler und Schwächen: Männerrechtler (Maskulisten) und Antifeministen werden dargestellt, als seien diese Fraktionen identisch, und verschiedene Passagen tun so, als ginge es Männerrechtlern nicht um gesellschaftliche Probleme, sondern als seien sie selbst das Problem. In den Artikel eingestreute Fragen wie "Was sind das für Männer, die das Gefühl haben, von Frauen unterdrückt zu werden?" oder "Was gibt es da für Männer zu jammern?" würden die Leitmedien umgekehrt bei Feministinnen nicht stellen.

Generell schafft es Rosa Schmitz, die Autorin des Artikels, nicht, über Hausbichlers Forderungen einfach nur zu berichten, ohne dies mit abwertenden Unterstellungen zu verquicken:

Auch "die scheiss Frauenquote», wonach Frauen "immer nur auf Grund ihres Geschlechts, nicht wegen einer tatsächlichen Qualifikationen angestellt werden", sollte abgeschafft werden. Daran, dass sie ein Mittel sein könnte, die Benachteiligung von Frauen einzudämmen, verschwendet die Männerpartei keinen Gedanken.


Die Idee, dass sich die Männerpartei darüber sehr intensiv Gedanken gemacht hat und trotzdem zu einem anderen Ergebnis als Rosa Schmitz gelangt, scheint der Autorin nicht zu kommen. Stattdessen fährt sie damit fort, Hausbichler sexistisch anzugehen und ihm etwa eine "womöglich testosterongesteuerte Tendenz" zuzuschreiben. Dabei projiziert sie womöglich ihren eigenen Sexismus auf Hausbichler und wirft ihm belegfrei vor, dass "das weibliche Geschlecht in seinen Augen an allen Übeln dieser Welt schuld" sei. Und in den darauf folgenden Absätzen wird es völlig wild:

In einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung erklärte Männerrechtler Arne Hoffmann dieses Phänomen. In der Biografie der "verbal aggressivsten Vertreter" der anti-feministischen Bewegung zeige sich "häufig eine Lebenssituation, die zu einer posttraumatischen Verbitterungsverstörung führen kann. Beispielsweise jahrelanger sexueller Missbrauch, eine besonders schmerzhaft verlaufene Scheidung, häusliche Gewalt oder das Unterschieben eines Kuckuckskindes." Hausbichler selbst ist geschieden. Ob die Scheidung für ihn eine traumatische Erfahrung war und ob sie dazu beigetragen hat, dass er der Partei beigetreten ist, darüber lässt er sich nicht aus.


Viele Leser werden sich daran erinnern, dass ich diese Mutmaßung in Verbindung mit Menschen äußerte, die sich mit frauenhassenden Sprüchen wie "Frauen sind doch nichts anderes als Zecken im Leben eines Mannes" profilieren müssen. Nun habe ich Hannes Hausbichler auf zwei Genderkongressen kennen gelernt und derartig Durchgeknalltes noch nie von ihm gehört; tatsächlich geht er sehr analytisch an das Geschlechterthema heran. Auch auf der Website von Österreichs Männerpartei wird man frauenfeindliche Sprücheklopferei nicht finden.

Rosa Schmitz selbst ist es ja durchaus gelungen, zumindest einige Themenfelder dieser Partei (Ungerechtigkeit bei der Rente, beim Kriegsdienst und in der Schule) zutreffend zu benennen. Trotzdem kann sie damit nicht anders umgehen, als die Aktivisten, die diese Ungerechtigkeiten ansprechen, immer wieder als Übergeschnappte zu präsentieren und ihnen ganz andere Auffassungen unterzuschieben. ("Wahr ist: Sie können nicht mehr so selbstverständlich Vorrang und Vorherrschaft reklamieren.")

Insgesamt ist Rosa Schmitz' Artikel damit nur ein weiteres Zeugnis für die tiefe Krise, in der unsere Leitmedien inzwischen stecken und wie sehr sie sich ideologisch verrennen, während sie zugleich gegen "Fake News" im Internet wettern. Die Hoffnung, dass die Medienkrise dazu führt, dass Journalisten sich mehr darauf besinnen, faire Artikel zu schreiben, wird derzeit leider nicht erfüllt. Stattdessen sinkt die Qualität solcher Artikel nur noch weiter. Gleichzeitig zeigen diese Artikel aber auch, dass die Männerrechtsbewegung inzwischen so stark geworden ist, dass sie selbst unsere Leitmedien nicht mehr so stur ignorieren können, wie sie das in den letzten beiden Jahrzehnten getan haben.



2. "Väter fühlen sich nach einer Scheidung oft benachteiligt" berichtet dementsprechend auch Die Zeit, weshalb ein neues Konzept der sozialdemokratischen Familienministerin Barley unter anderem Steuererleichterungen vorsehe: "Barley zeigte sich grundsätzlich offen für Forderungen von Väterverbänden, die die Benachteiligung von Trennungsvätern kritisieren." Einen dieser Väter, Markus Witt, stellt Die Welt in einem kurzen Video vor.

In dem Artikel Barley ist spät dran kommentiert Michael Gabel in der "Märkischen Online Zeitung":

Merkwürdig ist es schon: Kurz vor der Wahl stellt Familienministerin Katarina Barley Pläne zur Besserstellung von Trennungsvätern vor. Als wäre das Problem, dass frisch getrennte oder geschiedene Väter zwar alle möglichen Pflichten, aber vergleichsweise wenige Rechte haben, nicht längst bekannt. Klar, es ist Wahlkampf. Da macht jeder noch einmal so gut auf sich aufmerksam, wie er kann. Besser wäre es aber gewesen, das Ministerium hätte die Ideen früher präsentiert.


Die Südwest-Presse berichtet über einige Reaktionen auf Barleys Wahlkampfmanöver:

Die Grünen sehen die Vorschläge kritisch. Die familienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Franziska Brantner, kritisierte die Vorschläge zur Steuerentlastung als "Benachteiligung für Geringverdiener". Lob kommt dagegen vom Bundesforum Männer, das sich für mehr Väterrechte einsetzt. (...) "Bislang ist oft der erste Brief, den Männer nach einer eingereichten Scheidung bekommen, ein scharf formuliertes juristisches Schreiben vom Amt", sagte der Geschäftsführer des Bundesforums Männer, Dag Schölper, dieser Zeitung. "Viel besser wäre es, wenn getrennt lebende Eltern veranlasst würden, sich professionell beraten zu lassen. Insofern begrüßen wir den Vorschlag der Ministerin sehr." Auch die steuerliche Entlastung sei ein Schritt in die richtige Richtung. "Die Erleichterung bei vielen Vätern wäre sicherlich groß, wenn sich da etwas bewegen würde."




3. Währenddessen stockt Barleys Ministerium sein Personal kräftig auf:

Insgesamt stiegen die Personalkosten im Vergleich zur letzten Wahlperiode von 32,3 Millionen Euro in 2013 auf geplante 45,5 Millionen Euro im Jahr 2018 an – eine Steigerung um 41 Prozent. Die Linke-Fraktion betrachtet die Aufblähung des Ministeriums mit Sorge. "Der Personalaufwuchs in dieser Größenordnung ist fachlich sowie sachlich nicht nachvollziehbar und wirft unmittelbar vor der Wahl den Verdacht auf, dass hier SPD-Genossen auf hoch bezahlten Stellen untergebracht worden sind", kritisiert Norbert Müller, der kinder- und jugendpolitische Sprecher der Linke-Fraktion.




4. "Das ganze Elend der deutschen Politik in einem Bild" sieht der (Triggerwarnung) linke Männerrechtler Ralf Bönt in dem irreführenden Wahlplakat der SPD, das suggeriert, Frauen würden für dieselbe Leistung wie Männer 21 Prozent weniger verdienen. Der von der "Welt" veröffentlichte Artikel würde Rosa Schmitz vermutlich überhaupt nicht gefallen und ist insofern in Gänze lesenswert.



5. Man freut sich ja immer, wenn wenigstens ein bekanntes Medium, das blindlings auf Männer eindrischt, dafür die verdiente Quittung erhält. So berichtet aktuell Nerdcore über die Situation des Magazins "Rolling Stone":

Jann Wenner will den Rolling Stone verkaufen, die allgemeine Lage am Print-Markt und der Reputations-Verlust durch die Fake-Rape-Story haben dem Stone wohl am Ende den Garaus gemacht.


Erschwerend kommt hinzu, dass es für den "Rolling Stone" auch vor Gericht eher suboptimal läuft.



6. In einer Entscheidung, die vor allem ideologisch bestimmt sein dürfte, hat die TV-Serie "The Handmaid's Tale" acht Emmys abgeräumt. Der National Review erläutert, wie gaga diese Preisverleihung ist.



7. Eine neue Studie argumentiert, dass Jungen besser in Physik sind als Mädchen, weil sie anders pinkeln.



8. Das "303 Magazin" stellt die Frauen in der Männerrechtsbewegung von Denver vor – ein Beitrag von deutlich höherer Qualität, als sie die "Basler Zeitung" abliefert. Spannend ist vor allem, wie er denkbare Koalitionen zwischen Feministinnen und Männerrechtlern zum Thema macht. Obwohl diese Entwicklung hierzulande sowohl von den wortführenden Feministinnen als auch von Antifeministen geradezu feindselig geblockt wird, halte ich das für ein zentrales Zukunftsthema, weshalb ich den verlinkten Artikel hier besonders ausführlich zitiere:

Aaron, 34, president and founder of RMMRA, is aware of the bad reputation of some MRAs. He stresses that the organization he helped start is, to the contrary, an "inclusive group that is not in any way, shape, or form anti-woman."

"A primary goal of Rocky Mountain MRA," Aaron said, "is to build bridges between men’s rights advocacy and feminism so that the two can work together towards a more complete vision of gender equality."

Gloria, 25, is a self-identified feminist and a graduate of an "ultra-liberal college." She said she was drawn to feminism because of its focus on the "insidious effects of gender on everyday life and larger societal trends."

Gloria is also a member of Rocky Mountain MRA. Instead of seeing feminism and men’s rights activism as opposing ideologies, she believes they can operate in unison by tackling the "relationship between gender and behavior and gender expectations in society."

(...) While Gloria still sees the world through the lens of patriarchy, her take on it has "significantly changed." These days, she views it as a "simplification of what’s happening in ruling classes instead of the general public." In her opinion, it’s more someone’s economic class that acts as the deciding factor in who is privileged and who is oppressed, and not so much gender.

De Coning also questions the assumption that all men are automatically more privileged than women, despite a lower economic status. "If you’re a working class man in the rust belt, what is your privilege compared to a wealthy woman in California?" she asked.

Indeed, Gloria said men in our culture often get the short end of the stick, such as being forced into "dangerous or even illegal jobs in order to support their families."

Lexie, 23, a RMMRA board member, takes things even further. She said that typically in society, "men are considered more disposable than women, men’s lives are valued less."

A male-to-female transsexual who considers herself more left wing than any politician in the country, Lexie is extremely knowledgeable — and opinionated — about gender issues and how they play into today’s politics. Her life experiences have convinced her that men are often held to different standards than women, such as not being "taken as seriously if abused or hurt."

"Which isn’t to say that women always have it great," she clarified. "But they’re usually more protected and not expected to do the dirty work."

(...) "We still live in a society that pressures men to be breadwinners," de Coning said. "Feminists would identify that as patriarchy ... men’s rights activists might see that as something else."

Bryan, 35, is a musician and RMMRA’s vice president and co-founder. He thinks the pressure on men to become "workhorses" and measure up to society’s standards of success in order to gain respect, or find a partner with whom to start a family, forces some men to "go dead and hollow inside."

He said the "consequence of treating men like cattle" is that men live an average of 4.8 years less than women and makeup 78 percent of suicides. He also thinks it plays a role in men being 93 percent of those incarcerated in state and federal prisons.

No one’s arguing that men shouldn’t be held accountable for the crimes they commit. Yet, studies have found that women arrestees are likelier to avoid charges and convictions and, if convicted, are twice as likely to avoid prison. Meanwhile, men receive 60 percent longer sentences than women for committing the same crimes.

Gloria is troubled by the fact that, while society accepts that gender plays a role in matters like workplace discrimination, "conveniently, when men are on the other side of it, it’s like it has nothing to do with gender. It’s just a problem that other people need to work out."

Kat argues that men face other "legal inequalities" beyond the criminal justice system, particularly when it comes to divorce and child custody.

So does Sharon Liko, a Denver-based attorney who practices family law with a focus on men’s rights. "I represent men who would do anything to see their kids. I don’t represent deadbeat dads ... I see guys who are really working hard," she said.

Liko has seen instances of divorce where women have been "unreasonable and they are demanding too much financially. They want to be supported for the rest of their lives. They really don’t want what’s fair, they want everything."

Liko has also been involved with cases of child custody in which women "use the kids as weapons" or try to "marginalize the father," often resulting in courts siding against the men.

(...) Aaron, RMMRA’s president, and recently celebrated two years of marriage to Holly. He said that a lot of the depression he suffered in his youth was because, as a "de facto feminist," he felt shamed for having been born a man.

"Feminism seemed to put me in a box, telling me I was just a really negative force in the world as a man," Aaron said. "I didn’t see any positive future for myself."

Aaron said the men’s rights movement "helped me to change my perspective on what my role is in the world and gave me a sense of how I can be positive force in the world despite my gender." He credits this change of heart as guiding his work as a nutrition therapist focused on men’s health.

Holly said her experience at PrideFest proved to her how the issue of men’s mental health resonates with people. "We had so many people come up to us and thank us for being there, and so many people with stories of their friends or brothers who committed suicide. They see how common it is and how little it’s talked about."

"We had people come up and give us hugs, and start crying in our booth," Holly said. "A lot of women, probably more women."

De Coning thinks that men’s rights and feminism have "very similar issues" but tend to come at them from "different angles."

She cited the controversy surrounding male circumcision as a direct tie-in to women’s struggle against female genital mutilation and for abortion rights. "Of course we care about issues of bodily autonomy or giving men and boys the right to choose what happens to their bodies," de Coning said.

Gloria agrees that the two movements have "more in common than they have different." (...) Holly, too, acknowledged that, "in order to make real changes in laws, we do need the support of feminists."

But will feminists back the men’s rights movement?

McClellan is cautiously supportive. "I have a son, I have a husband, I have a dad, I know that they face very real issues," she said. "Are they as prevalent, and as dominant and as obvious as women’s issues? Maybe not, but they’re very important nonetheless."

"I think we’d probably get further if we try to figure out what we actually want together as a society, instead of posing it as a man versus woman issue," de Coning said. "The antagonism, it’s not productive."

(...) Lexie likens today’s situation with men’s rights to the early years of the gay rights movement. Back then, much of society "saw gay people as needing to change themselves, and I think that a lot of people want men to change in their own image."

She said there’s been a lot of victim blaming when it comes to both groups. "When you showed the statistics of gay suicides, or STD rates, people would think they brought it onto themselves."

"And people will say that about men’s suicide rates, the prison sentencing gap ... that men are bringing it onto themselves," she said. "As if there were something inherently wrong with being a man."


Wenn man diesen Artikel mit dem in der "Basler Zeitung" vergleicht, deren Autorin den Einsatz für Männerrechte nur verquickt mit ihren Phantasien über Frauenfeindlichkeit darstellen kann, ist das ein Unterschied von Tag und Nacht. Ich verstehe wirklich nicht, warum sich deutschsprachige Medien derart schwer damit tun, dieses Niveau zu erreichen.

Dienstag, September 19, 2017

Offener Brief von Dr. Karin Jäckel zu feministischen Attacken auf Andersdenkende

Die Publizistin Dr. Karin Jäckel (vergangenen Freitag stellte der SWR sie in einem halbstündigen Podcast vor) gehört zu den engagiertesten Kämpferinnen gegen die herrschende einseitige Geschlechterpolitik. Vor einigen Tagen habe ich von ihr einen Brief zu dem von Sebastian Eder verantworteten Hit Piece in der Frankfurter Allgemeinen erhalten, der aber deutlich über den FAZ-Artikel hinaus geht. Deshalb habe ich Frau Dr. Jäckel gebeten, ihren Brief Genderama als Gastbeitrag zur Verfügung zu stellen, womit sie erfreulicherweise einverstanden war. Herzlichen Dank dafür!



Lieber Arne Hoffmann,

mit Unwillen habe ich kürzlich in der FAZ über Sie gelesen. Unwillen, weil der Arne Hoffmann, den ich zu kennen meine, nichts mit dem Mann Ihres Namens zu tun zu haben scheint, den der FAZ‘ler zu porträtieren vorgibt. Weil der Journalismus, den dieser FAZ’ler in seinem Artikel verkörpert, nichts mit dem Journalismus zu tun hat, der neutral, objektiv zutreffend und sauber recherchiert informiert. Und weil das, was dabei herausgekommen ist, Diffamierung ist. Mit, wie mir scheint, dem einen zutiefst inhumanen Ziel, Sie als Autor, der sich für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern sowie gegen Neo-Nazitum einsetzt, und speziell als Mann im Rundumschlag ad absurdum zu führen.

Und doch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie sich dieses journalistisch so prekäre Machwerk als Ehren-Kokarde an die Brust stecken könnten. Immerhin muss das, was Sie schreiben, so nachhaltig wirkmächtig sein, dass die "große FAZ" Sie einer ganzen Seite würdigt, um den Eindruck zu erwecken, Sie seien es nicht wert, dass man ein Wort über Sie und Ihre Veröffentlichungen verlöre.

Leider gewinne ich als jahrzehntelang bekennende und engagierte Frauen- und Mädchen-Gleichberechtigungsverfechterin immer mehr den Eindruck, dass der gegenwärtige Feminismus vor allem eines betreibt, nämlich radikalen Geschlechterkampf gegen den Mann als Klassenfeind. Dabei geht es meiner Erfahrung und Meinung nach längst nicht mehr um Frauen- und Mädchengleichwertigkeit, -gleichrangigkeit, gleichstellung und gleichberechtigung gegenüber Männern und Jungen. Vielmehr geht es im radikalen Feminismus vor allem um FrauenVORrechte. Wobei die Durchsetzung dieses Anspruchs die Diskriminierung derjenigen, die Männer- und Jungenrechte nicht mindern, sondern Frauen- und Mädchenrechte auf gleich hohe Ebene anheben, also echte Gleichwertigkeit erwirken wollen, zu rechtfertigen scheint.

Sehr gut erinnere ich meiner vor Jahren versandten Anfrage an das Bundesfamilienministerium, warum in dessen Namen alle Bevölkerungsgruppen gelistet seien, nicht aber die Väter/Männer. Damals antwortete man mir in einem offiziellen Schreiben, weil der Mann/Vater bereits in der Bezeichnung "Familie" enthalten sei und erklärte mir zugleich, dass Frauen- und Mädchenförderung "Entzug von Männer- und Jungenprivilegien" bedeute. Auf meine Nachfrage, um welche Privilegien es sich dabei handele, erfolgte keine Antwort. Ebenso wie Ulla Schmidt (SPD) als damalige Familienministerin nie auf meine Frage antwortete, warum sie "Familie ist, wenn alle aus einem Kühlschrank essen" definiere. Sehr wohl aber wurde ich bald darauf nicht mehr zum Runden Tisch der SPD nach München eingeladen, an dem ich zuvor zusammen mit z.B. Jugendamtsvertretern zur Diskussion über Kinderrechte und Kindeswohl eingebunden gewesen war.

FrauenVORrechte werden seit vielen Jahren durch gezielte Männer- und Jungenausgrenzung und durch Radikalisierung von Frauen und Mädchen erkämpft, indem auf Teufel komm raus diskreditiert ist, was nicht in dieses Muster passt. Und das mit Methoden nach dem Slogan "der Zweck heiligt die Mittel", indem dieselben unwürdigen Demütigungs-Praktiken auf Männer und Jungen angewandt werden, die wir Frauen und Mädchen vor Jahren als von Männern und Jungen gegen uns Frauen und Mädchen gerichtet sahen und deshalb mit aller Kraft und erfolgreich bekämpften.

Ich denke da etwa an das SPD-Parteiprogramm-Statut, das Männliche überwinden zu müssen, um das Menschliche zu gewinnen. Das entspricht in etwa der einstigen Patriarchen-Haltung im Land, Frauen zu unterdrücken, um eine heile Gesellschaft zu erhalten. Oder nehmen wir das an Schulen, die heutzutage ja überwiegend weiblich dominiert sind, angewandte Prinzip, Mädchen durch besondere Förderung "stark" zu machen und Jungen dadurch zu schwächen, dass man ihnen bei gleicher Leistung schlechtere Noten erteilt.

Oder denken wir daran, wie politisch laut Frauenquoten in gut bezahlten Führungsetagen gefordert werden, die bisher eher für Männer attraktiv waren, nicht aber in den ebenfalls überwiegend von Männern ausgeübten sogenannten Knochenjobs etwa in Bergwerken, am Bau oder bei der Müllabfuhr. Die politisch ebenso laute Forderung nach Männerquoten in den bislang am liebsten von Frauen ausgeübten Berufsgruppen sucht man vergebens, beispielsweis im Bereich Kindergarten oder Grundschule. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass alljährlich immer mehr Kinder vaterlos aufwachsen müssen, weil ihre Mütter dies so wollen und erfolgreich durchsetzen, obwohl auch die zugehörigen Väter ihre Kinder lieben und Kinder beide Eltern lieben und brauchen, ihnen politisch und gesetzlich aber nicht das unverbrüchliche Kindesrecht auf beide Eltern zugebilligt wird. Im Bundesjustizministerium sagte man mir dazu bereits vor Jahren, dass ein solches Gesetz gegen die Interessen der Mütter verstoße und daher nicht durchsetzbar sei. Alleinerziehend sei ein Erfolgsmodell, heißt es aktuell dazu aus einschlägigen Kreisen (VAMV).

Natürlich wäre es blind für die Realität, wollte ich bestreiten, dass Missstände zu Lasten von Frauen bestehen - etwa dann, wenn tatsächlich bei identischer Leistung unterschiedliche Löhne gezahlt werden – und dass diese zwingend aufgehoben werden müssen. Ebenso unerträglich ist die Tatsache männlicher, speziell "häuslicher" Gewalt gegen Frauen und Kinder. Nur - und da liegt für mich große Bedeutung – gibt es auch Missstände zu Lasten von Männern z. B. weibliche Gewalt gegen Männer und Kinder. Die aber scheint sakrosankt, scheint gerechtfertigt als lediglich "starke" Gegenwehr oder lässliche Erziehungssünde einer Mutter, weil "Frauen ja sowieso nie doll zuhauen." (Zitat einer mir bekannten Jugendamtsmitarbeiterin.) Oder wie erklärt es sich, dass von weiblicher "häuslicher" Gewalt kaum je die Rede in den Medien ist? Dass von (ihren) Frauen selbst krankenhausreif misshandelte Männer in ihrem Leiden ignoriert und missachtet bleiben, anstatt dass ihnen dieselbe hilfreiche Unterstützung wie Frauen in entsprechender Lage zuteil wird? Etwa durch die - politisch vehement verweigerte - Einrichtung von Zufluchtsstätten analog der intensiv geförderten Frauenhäuser. Gar nicht geredet von z. B. der sexuell missbrauchten Jungen verweigerten Hilfe durch bestimmte politisch unterstützte Frauenhilfsorganisationen oder der Plakatierung von ausschließlich misshandelten Mädchen auf dringend nötigen öffentlichen Kampagne-Maßnahmen gegen (erzieherische) Gewalt gegen Kinder.

Längst muss man sich in unserem "meinungsfreien" Deutschland davor hüten auszusprechen, was man bzw. frau über diese Art radikalen Feminismus denkt. Nicht, weil man/frau strafrechtlich belangt würde. Nein, so direkt sind die Folgen glücklicherweise noch nicht. Aber man/frau "muss" – bzw. müsste klugerweise - die eigene Meinung verschweigen, weil man/frau ansonsten in derselben Art und Weise an den öffentlichen Pranger gestellt und verbal mit faulen Eiern beworfen wird, wie es jetzt Ihnen widerfahren ist.

Wie ich dazu komme, das zu behaupten? Weil ich es in eigener Person erfahren habe.

Weil ich z. B. dafür, dass ich veröffentlicht habe, dass auch Frauen sexuelle Kindesmissbrauchstaten begehen, also "Täterinnen" sind, als frauenfeindlich diskreditiert und zum Boykott meiner Bücher aufgerufen wurde.

Weil ich u.v.a. ein Buch über das seelische Leiden von aus dem Leben ihrer Kinder ausgeschlossener Vätern schrieb und dafür in der Presse als Helferin der "Jammerlappen" und "neuen Leidensmänner" diskreditiert wurde.

Weil ich dafür, dass ich die Meinung vertrete und publiziert habe, dass Kinder ein natürliches, ein Geburtsrecht auf beide liebevollen Eltern und auf geliebte Großeltern haben, in einer stiftungsgetragenen Studie als nazi-nah diskreditiert wurde.

Weil ich dafür, dass ich gegen die gezielte Benachteiligung von Jungen und gegen gezielte Bevorzugung von Mädchen aufstehe und ausdrücklich für die in allen Bereichen geltende Gleichwertigkeit und Gleichrangigkeit der gleichberechtigten Geschlechter und für die nachhaltige Förderung aller Mädchen und Jungen eintrete, als "Nestbeschmutzerin" diskreditiert wurde.

Weil man mir für diese Haltung Morddrohungen zukommen ließ und eine Telefonkampagne gegen mich startete, die damit einherging, dass bundesweit meine Telefonnummer als Sex-Sells-Nummer in öffentliche Telefonzellen geschrieben und entsprechend genutzt wurde.

Weil einem befreundeten Journalisten, den ich zu einer meiner Lesungen zum Thema sexueller Kindesmissbrauch eingeladen hatte, von den Türsteherinnen Prügel angedroht wurde, falls er nicht verschwände.

Weil mein PC gehackt wurde, als ich ein Buch über Mütter veröffentlichte, die sich aus Liebe von ihren Kindern trennten und diese beim Vater ließen, um den Kindern den Verlust ihres gewohnten Lebensmittelpunktes zu ersparen.

Es gäbe noch mehr aufzuzählen. Zum Beispiel, dass alle diese Attacken von "Feminist/innen" ausgingen, meist von Bekennerschreiben oder -anrufen begleitet. Als Strafaktion, weil ich eine Verräterin an der guten Sache der Frauen und Mädchen sei. Am "schlimmsten", weil am radikalsten, habe ich übrigens stets diejenigen Feministinnen empfunden, die Frauen als bessere Alternative behaupten und die Ansicht vertreten, die "neue Frau" müsse der bessere Mann sein, sowie diejenigen Männer, die sich als "Feministen" verstehen und sich in dieser Rolle als die einzig wahren Frauenversteher und Frauenschützer begreifen und quasi ritterlich für die Dame zu Felde gegen Andersdenkende ziehen. Sie erscheinen mir wie diese Superkatholiken, Superprotestanten oder Supermuslime, die zuvor der anderen bzw. einer christlichen oder keiner Glaubensrichtung angehörten und nach der Konvertierung bzw. Bekehrung doppelt "glauben" und "gottberufen" handeln zu müssen meinen.

Was mir an dieser Stelle noch zu schreiben bleibt: In meinen Augen ist der FAZ-Artikel tatsächlich eine Kokarde für Sie.
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Parteien halten Versprechen nicht, geben aber gerne neue – News vom 19. September 2017

Die Zwangspause dieses Blogs dauerte weniger lang als befürchtet – praktisch ein verlängertes Wochenende, an dem ich vor allem "Orange is the New Black" gebinget habe. Heute geht es weiter mit den News, die sich in diesen Tagen angesammelt haben.



1. Die bedauerlichste Meldung ist sicherlich die Auflösung des Vereins "Gleichmaß e.V.", nachdem dessen Akteure bei dem Versuch, Notunterkünfte für männliche Opfer häuslicher Gewalt zu errichten, von den großen politischen Parteien im Stich gelassen worden waren. In einer online veröffentlichten Erklärung heißt es:

Mit der gestrigen Jahresmitgliederversammlung wurde die Auflösung unserer Geraer Initiative "Gleichmaß e. V." per Abstimmung beschlossen. Mit dieser Entscheidung stehen wir als thüringenweit einziges Angebot für Öffentlichkeitsarbeit, Beratung und Hilfe zur Selbsthilfe für gewalt- und trennungsbetroffene Männer und Väter ab sofort nicht mehr zur Verfügung.

(...) Für die Vielfalt der erbrachten Unterstützungen bedanken wir uns an dieser Stelle einmal mehr aufs Herzlichste. Für die Vielzahl der erfolgten Wortbrüche insbesondere der hauptsächlich Thüringer CDU, SPD, Die Linke und die Grünen: eine zunehmende Anzahl der Bevölkerung schaut mittlerweile sehr genau hin, inwieweit sich die Politiker genannter (wie auch anderer Parteien) an ihrem Wort messen lassen können.

Wer sich zur bevorstehenden Bundestagswahl für die Rechte beider Geschlechter, also auch von Männern, stark machen will, sollte darüber nachdenken, seine Stimme der FDP zu geben, die sich mit den "Liberalen Männern" als einzige seriöse Partei glaubhaft für die Stärkung der Rechte von Vätern und von gewaltbetroffenen Männern – um nur diese beiden von zahlreichen programmatischen Punkten zu nennen – ausspricht.




2. Wenigstens versucht die SPD am Vorabend der Bundestagswahl doch noch, ins Männerthema reinzukommen:

Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) will Trennungsväter rechtlich besser stellen und auch nach dem Ende einer Partnerschaft gemeinsame Erziehung von Kinder erleichtern. "Wenn eine Beziehung zerbricht, leiden die Kinder darunter am meisten. Wo immer es möglich ist, möchte ich Paare unterstützen, trotz Trennung gemeinsame Verantwortung als Eltern zu übernehmen", sagte sie der Süddeutschen Zeitung. Barley will am Mittwoch erstmals ein Konzept präsentieren, wonach alleinerziehende Väter steuerlich entlastet werden könnten.


Hier geht es weiter. Wenn solche Ankündigungen allerdings unmittelbar vor einer erwarteten Klatsche durch den Wähler erfolgen, halte ich sie für ungefähr so glaubwürdig wie die Versprechungen, die die SPD und Co. "Gleichmaß" gegeben haben.



3. Lucas Schoppe untersucht am Beispiel der SPD und der Grünen, ob die Strukturen, die wir heute als "Rechtspopulismus" kennen, nicht eigentlich erst von den etablierten Parteien groß gemacht worden sind.



4. Jan Fleischhauer wirft der AfD vor, feministische Befindlichkeiten zu übernehmen.



5. Harald Martenstein wundert sich darüber, dass der rot-rot-grüne Berliner Senat die Lehrer der Stadt nach ihrer sexuellen Orientierung fragt.



6. Dr. Linda Nielsen, Professorin für Erwachsenen- und Entwicklungspsychologie an der Wake Forest Universität in Nord Carolina, USA, legt "zehn überraschende Erkenntnisse zum Wechselmodell" vor, das im verlinkten Beitrag "alternierende Obhut" und "Doppelresidenz" genannt wird.



7. "Väter fühlen sich vom Jugendamt benachteiligt" berichtet die "Schwäbische".



8. Im Londoner Hyde Park kam es zu Faustkämpfen zwischen Transgender-Aktivisten und radikalen Feministinnen.



9. Ach, das ist ja doof: Hillary Clinton erteilt den Frauen, die bei der Präsidentenwahl nicht für sie gestimmt haben, keine Absolution.



10. Joe Biden, ehemals Vizepräsident der USA unter Obama, vergleicht diejenigen, die gemeinsam mit der aktuellen US-Erziehungsministerin nach Beschuldigungen sexueller Gewalt faire Verhandlungen an Universitäten durchsetzen wollen, mit Neonazis. Biden vertritt bei Fragen häuslicher und sexueller Gewalt seit jeher eine radikalfeministische Einstellung, bei der Täter und Opfer fein nach Geschlecht getrennt sind.



11. Die liberale Feministin Cathy Young setzt sich weit weniger ideologisiert als Biden mit der "Rape-Culture"-Theorie an US-Unis auseinander. Der Artikel mündet in folgende Frage als Fazit des Artikels:

If rape culture in America is real, why does the case for it rest on so much fabulism?




12. In Australien werden männliche Grundschullehrer in 50 Jahren ausgestorben sein. (Bei uns vermutlich auch, aber in Australien liegt eine Studie über diese Entwicklung vor.)



13. Die Post. Vergangene Woche hatte ich einen Artikel mit folgender Meldung verlinkt: "45 Prozent der Schwedinnen wären lieber Vollzeitmütter statt zu arbeiten" Einer meiner skandinavischen Leser schreibt mir dazu:

Das ist nicht ganz wahr. Ich bin dem nachgegangen und habe dann diese Analyse aus dem Jahr 2011 gefunden:

Hier steht:

Das Online-Magazin Familjeliv.se [Familjeliv = Familienleben] machte 2011 eine Umfrage unter seinen Leserinnen. Sie erhielten 9.500 Antworten von 70.000 Frauen. Davon erklärten 45 %, dass sie gern Vollzeitmütter wären, wenn es eine Möglichkeit dafür gäbe.

Angeregt davon führte am selben Tag die Zeitung "Aftonbladet" eine Umfrage auf ihrer Webpage durch. Rund 18.000 Frauen antworteten dort, und 55 % von ihnen erklärten, dass sie auch gern Vollzeitmütter wären.

Das Problem mit diesen zwei Umfragen ist, dass die Antworten nicht repräsentativ waren. Die Frauen, die Familjeliv.se lesen, sind vermutlich überdurchschnittlich in Famlienleben interessiert.

Am nächsten Tag hat die Organisation Novus eine Umfrage durchgeführt. Sie verfügt über ein permanentes repräsentatives "Sverigepanel" [Schwedenpanel], und dessen Mitgliedern wurde dieselbe Frage gestellt. 1002 Personen im erwerbstätigen Alter haben geantwortet. 27 % der Männer sagten, sie wären gern Vollzeitväter, und 29 % der Frauen sagten, sie wären gern Vollzeitmütter.

Damit gibt es viele schwedischen Frauen, die gern Vollzeitmütter wären, aber in einer repräsentativen Stichprobe sind es kaum 45 %.

Freitag, September 15, 2017

kleine Zwangspause

Genderama muss für ein paar Tage pausieren, da mein PC momentan nicht betriebsbereit ist. (Vermutlich liegt es am Motherboard.) In dieser Zeit kann ich leider auch keine Mails beantworten. Ich rechne mit einer Wiederaufnahme des Bloggens Mitte nächster Woche.

Donnerstag, September 14, 2017

"taz" empört: FDP punktet bei Männerrechtlern – News vom 14. September 2017

1.
Die FDP besinnt sich endlich auf das, was sie wirklich kann: Männer. Eigentlich dreht sich darum ja schon ihre ganze Kampagne, also zumindest um einen Mann. Mit Antifeminismus sollen jetzt wohl noch die letzten Wähler abgegrast werden. Bereits im Juni gründete sich der partei­interne Verein "Liberale Männer" (die taz berichtete), jetzt konnte die FDP auch bei dem großen Wahlcheck einer Männerrechtsgruppe am meisten punkten.


Hier geht es weiter mit dem Artikel, in dem Tanya Falenczyk wohl eher unabsichtlich klar stellt, dass "Feminismus" und "die Anliegen von Männern ernst nehmen" zwei unvereinbare Dinge sind. Allen jedoch, die finden, dass Geschlechterpolitik auch Männern zugute kommen sollte, gibt ihr Artikel in seinem letzten Absatz Hoffnung:

Die FDP Bayern hat für Mittwoch eine Veranstaltung geplant, auf der ihr Spitzenkandidat Daniel Föst spricht, zur "Zukunft von Trennungsfamilien" und dem Wechselmodell, das auch die Männerrechtsaktivisten fordern. Die Liberalen Männer werben für die Veranstaltung auf ihrer Seite. Damit dürften Männerrechte in der Mitte der Partei angekommen sein.


Das Programm der Liberalen Männer in der FDP ist deutlich: In zwölf Punkten fordert es Gleichberechtigung. Endlich Schutz auch für männliche Opfer häuslicher Gewalt. Schutz für männliche Opfer sexueller Gewalt. Endlich einmal Maßnahmen dagegen, dass die meisten, die nach dem Abi zur Uni streben, weiblich und die meisten Hauptschüler männlich sind. Die Ausgrenzung von Vätern nach einer Trennung beenden. Wie reagiert die "taz"? Sie ätzt gegen die "antifeministische Herrenpartei" FDP, als ob es darum ginge, die Gleichberechtigung zurückzudrehen. Was unterscheidet dieses Niveau eigentlich noch vom Niveau der Propaganda von rechtsaußen? Gott, und dieses Hetzblatt hatte ich zweimal im Abo!

Kurz vor dem Ende des so sterbenslangweiligen Wahlkampfs geraten deutsche Journalisten von FAZ bis TAZ also doch noch mal in Aufruhr: Wie können wir Männer nur so anmaßend, so unfassbar vermessen sein zu glauben, dass auch wir irgendwelche politischen Forderungen stellen dürften?

Und kann man es den deutschen Journalisten verdenken? Man kann es vermutlich nicht. Ihr ganzes Leben lang haben sie Geschlechterpolitik IMMER als eine Politik kenngelernt, die sich lediglich um die weibliche Hälfte der Bürger kümmert. So wie man sich IMMER darauf verlassen konnte, dass die Sonne im Osten aufgeht. Wenn sich das plötzlich ändern sollte, stürzen ganze Weltbilder ein und das geschlechterpolitische Denken muss völlig neu gelernt werden. So was kann sich zu einem mittelschweren Kulturschock auswachsen.

Und wir sind live dabei. :-)



2. 45 Prozent der Schwedinnen wären lieber Vollzeitmütter statt zu arbeiten. Das Problem: Im "feministischen Paradies" werden sie nicht danach gefragt.



3. Bei n-tv klagt "Frieda" über solche politisch unkorrekten Entscheidungen von Frauen:

"Ich sehe viele Frauen aus meiner Generation, die eine gute Bildung haben und nach der Geburt ihres ersten Kindes trotzdem zuhause bleiben, weil sie sagen: Das ist mir jetzt zu stressig." Für Frieda ist das ein Riesenproblem: "Es ist ein Rückschritt in der Emanzipation erkennbar - und er kommt von den Frauen selbst."




4. Vor einem Monat machte Genderama auf eine Crowdfunding-Kampagne der Filmemacherin Joanna Bielinski aufmerksam, die ab Dezember einen Kurzfilm über häusliche Gewalt gegen Männer produzieren wird. Kurz vor Kampagnen-Ende ist die benötigte Summe für den aus Sicht der "taz" vermutlich erschreckend antifeministischen Film zusammen gekommen.



5. Eine Online-Abstimmung darüber, ob Beschneidung verboten werden sollte, führt zu einer beeindruckenden Mehrheit, die sich in der tatsächlichen Politik nirgends widerspiegelt.



6. Die US-Erziehungsministerin Betsy DeVos steht weiter unter Beschuss für ihr Vorhaben, an Universitäten bei Beschuldigungen im Zusammenhang mit sexueller Gewalt wieder die Regeln des Rechtsstaats durchzusetzen. Aktuell verkündete ein Professor auf Twitter, wenn DeVos selbst sexuelle Gewalt erleiden müsste, wäre das für ihn okay.



7. Der konservative Nachrichtensender Fox News berichtet über Linke, die die "rote Pille" nehmen, sich also von einer Weltsicht lossagen, die die Wortführer der Linken durch Gruppendruck als für alle verbindlich durchsetzen möchten. (Fox spricht von "liberals", aber anders als hierzulande bezieht sich der Begriff "liberal" in den USA auf die Linke.) Und wenn man von der "roten Pille" spricht, können die Themen Männerrechte und Feminismuskritik natürlich nicht fehlen:

Red pill bloggers are increasingly characterizing PC culture as a first step on a slippery slope towards authoritarian socialism.

One who articulates this best is Dave Rubin, a married gay man and former left liberal whose show, The Rubin Report, has explored the red pill phenomenon.

In his commentary, "The left is no longer liberal", he explained his own disillusionment with the "regressive left," whose "backward ideology" of identity politics "puts the collective ahead of the individual. It loves all of its minority groups to behave as a monolith. So if you're a true individual — meaning you don't subscribe to the ideas that the groupthink has attributed to you based on those immutable characteristics — you must be cast out." Rubin calls this mindset "the biggest threat to freedom and Western civilization that exists today."

One of his recent guests was Cassie Jaye, producer of the "The Red Pill" documentary, which chronicled her personal journey away from feminism.

Jaye had intended to make a feminist film about the men’s rights movement. But her perspective began to change upon interviewing activists, who were anything but the angry women-bashers so often portrayed by the mainstream media. Instead they were men — and also women — concerned about issues such as unfair child custody laws, pregnancy fraud, and even domestic violence. It turned out that men are also victims of domestic abuse perpetrated by women with surprising frequency.

Jaye’s film met with immediate resistance from radical feminists, who trolled her online while she was fundraising for the film. Her documentary has been largely ignored by most of the mainstream media. But it has had widespread impact on the Internet.

Laci Green, one of YouTube’s best known personalities whose left-leaning videos about sex and gender have an immense following, posted "Taking The Red Pill?"

Green’s relatively tame confession of discomfort with feminists who shut down opposing views, as well as the revelation that she was dating an anti-SJW YouTuber, enraged her fans. They waged an online campaign against her and reportedly "doxxed" her — published her personal information on the internet.

(...) The media has very likely ignored red pilling for the same reason it underestimated support for Donald Trump: An entrenched establishment always resists disrupters, especially those who reject its worldview.

That said, red pill bloggers are not necessarily Trump supporters—in many cases, quite the reverse. What they do share, however, is their questioning of mainstream media tropes.


Und wie man gerade heute gesehen hat, haben sie dafür guten Grund. Etliche Menschen emanzipieren sich von den fragwürdigen Predigten derjenigen, die die veröffentlichte Meinung beherrschen, ebenso, wie sie sich in früheren Jahrhunderten von anderen Predigern emanzipiert haben. Nicht jeder Journalist ist von dieser Emanzipation begeistert.

Dienstag, September 12, 2017

Warnung vor Genderama, Wahlkampf, Frauen kämpfen für Männerrechte – News vom 12. September 2017

1. Wer über Twitter auf Genderama-Beiträge zugreifen wollte – beispielsweise über Christian Schmidts empfehlenswerten Blog-Aggregator "Das Patriarchat" – bekam gestern diese Warnung zu lesen. Allerdings hielt sie nicht lange an und wurde noch im Laufe des Tages aufgehoben.



2. Die radikal einseitige Geschlechterpolitik mitsamt dem Jubel dafür in den Leitmedien bröckelt weiter. Gestern etwa veröffentlichte Anne Seith, die auch für die SPIEGEL-Titelgeschichte "Der diskriminierte Mann" verantwortlich war, gemeinsam mit ihrem Kollegen Jonas Weyrosta (schreibt sonst für den "Freitag" und die "taz") auf Spiegel-Online einen Artikel über die Benachteiligung von Männern in Gesundheitsfragen:

Männer erleiden doppelt so oft einen Herzinfarkt wie Frauen und sterben früher. Trotzdem fokussiert sich die Gesundheitspolitik vor allem auf Frauen.




3. Der FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner beantwortet eine Frage zum "Wechselmodell" (gemeinsamer Betreuung des Nachwuchses durch beide Eltern nach einer Trennung).

Dieser Antwort getreu sieht ein aktuelles Wahlkampfplakat der FDP so aus.

Wer immer noch glaubt, dass die männerfreundliche Linie der Freidemokraten bestimmt nicht von der Parteiführung unterstützt werde, dem kann ich in diesem Punkt auch nicht weiterhelfen.



4. Auf Telepolis veröffentlichte Peter Mühlbauer dieser Tage einen Vierteiler über das Verhalten der Parteien im Wahlkampf. Um Geschlechterpolitik geht es bei seiner Auseinandersetzung mit der Propaganda der SPD:

Der exzessiv benutzte Begriff "Fake News" (den man inzwischen durch "toxische Narrative" zu ersetzen versucht), erwies sich für die SPD als Bumerang, weil er sich von Bürgern auch auf die zahlreichen kleinen und großen Un- und Halbwahrheiten anwenden ließ, die Politiker regelmäßig von sich geben. Als Sigmar Gabriel beispielsweise suggerierte, Erdoğan-Anhänger hätten nach seiner Kritik an der Politik des türkischen Staatspräsidenten telefonisch seine Frau belästigt, obwohl es in Wirklichkeit nur ein "stadtbekannter Pöbler" war, hieß es auf Twitter beispielsweise: "Tja, da hat der Siggi wohl mal astreine Fake News verbreitet, um sich wichtig zu machen - Heiko, bitte übernehmen".

Trotzdem propagiert Bundesfamilienministerin Katarina Barley tapfer die längst auch von etablierten Medien widerlegte Fake News der SPD-Plakatkampagne, der zufolge Frauen bei gleicher Leistung 21% weniger als Männer verdienen sollen. (...). Wären Männer bei gleicher Leistung wirklich sagenhafte 21% teurer, würden ökonomiebewusste Firmen vermutlich keine Männer mehr einstellen. Barleys unbeholfener Versuch, die erstaunliche Zahl mit einem "unbereinigtem Gender Pay Gap" zu verteidigen, wirft die Frage auf, ob und wie Barley denn Frauen in sogenannten "harten Männerberufen" wie Müllfrau, Seefrau und Bergfrau unterbringen möchte. Auch, dass Schulz diesen Gender Pay Gap als Vater seiner Töchter ansprach, kam in Sozialen Medien eher nicht so gut an. Dort hielt man ihm entgegen: "Als junge Frau ohne Kinder fühle ich mich echt ernst genommen, wenn die SPD lieber mit meinen Eltern über mein Gehalt redet als mit mir.


Ein kleiner Off-topic-Exkurs: In den letzten Tagen wurde FDP-Chef Lindner vom linken Lager mit der Behauptung angegriffen, er wolle sich mit seinen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik des AfD-Klientels andienen. Darüber sagt Mühlbauer alles Nötige in einem anderen Beitrag seines Mehrteilers:

Eine andere Partei, die mit der AfD um Wähler konkurriert ist die FDP. Als deren Vorsitzender Christian Lindner in der ZDF-Sendung Maybritt Illner verlautbarte, aus einem "Flüchtlingsstatus" könne "nicht automatisch ein dauerhafter Aufenthaltsstatus werden, gab er allerdings nur die Rechtslage nach Artikel 1 C (5) der Genfer Flüchtlingskonvention wieder - was Grünen-Politiker nicht davon abhielt, ihm eine Übernahme von AfD-Positionen vorzuwerfen. Der von den Piraten zu den Liberalen gewechselte Ali Utlu meinte dazu auf Twitter: "Geltendes Recht einzufordern rückt einen näher an den Rechtsstaat und nicht an die AfD."




5. Wieder zurück zum Thema: Das Blog "Geschlechterallerlei" veröffentlicht heute einen lesenswerten Gastbeitrag, in dem der Sohn einer Feministin schildert, welche Auswirkungen die Ideologie seiner Mutter auf seine Entwicklung zum Mann hatte.



6. Das Online-Magazin "Cracked" veröffentlicht einen lesenswerten Artikel über politische Bewegungen: 6 Reasons Good People Turn Into Monsters.



7. Genderama berichtete immer wieder über die Hexenjagden auf Männer an US-amerikanischen Hochschulen, sobald es um Vorwürfe sexueller Gewalt ging. Eine Frage, die in der Debatte bislang kaum eine Rolle spielte, dreht sich um die ethnische Zugehörigkeit der Beschuldigten. Das linksliberale Magazin "The Atlantic" kommt darauf jetzt in dem Artikel "The Question of Race in Campus Sexual-Assault Cases" zu sprechen. Es gibt nämlich Hinweise darauf, dass sich auch hier wieder mehrere Diskriminierungsfaktoren – hier die Zugehörigkeit zum männlichen Geschlecht und eine dunkle Hautfarbe – aufeinander addieren und schwarze Männer besonders stark betroffen sind:

The archetypal image of the campus rapist is a rich, white fraternity athlete. The case of Brock Turner—the freshman swimmer at Stanford University convicted last year of sexually assaulting an unconscious woman after meeting her at a party, but sentenced to only six months in jail—reinforced this. Petula Dvorak, a Washington Post columnist, wrote, "The brilliant smile of a Stanford swimmer with Olympic dreams, the happy privileged face of a white college kid named Brock Turner … This is what a campus sexual predator looks like."

Amy Ziering, the producer of The Hunting Ground, a 2015 campus-sexual-assault documentary, has said much the same thing. In a radio interview, she asserted that her movie exposed "privileged" well-off white men and challenged "dominant white male power." But a close viewing of her film reveals a different reality. Her movie tells at length the stories of four allegations. In at least three of the cases, the accused is black.

How race plays into the issue of campus sexual assault is almost completely unacknowledged by the government. While the Office for Civil Rights (OCR), which regulates how colleges respond to sexual assault, collects a lot of data on race, it does not require colleges and universities to document the race of the accused and accuser in sexual-assault complaints. An OCR investigator told me last year that people at the agency were aware of race as an issue in Title IX cases, but was concerned that it’s "not more of a concern. No one’s tracking it."


Hier geht es weiter.



8. Im britischen "Telegraph" jubelt Neil Lyndon – ein Publizist, der noch vor mir erklärter Kritiker einer einseitigen Geschlechterpolitik war: "Finally, powerful women are speaking up for the rights of men. Equality just got a step closer". Seine Freude darüber, dass sich in den USA immer mehr Frauen gegen die grassierende Hetze auf Männer positionieren, ist verständlich:

Such was the hold of the gynocentric, feminist creed, I argued, that nobody would admit that inequalities could apply to men – no matter how obvious and incontestable the facts – if it was solely men who were pointing out those injustices. The automatic, knee-jerk response was invariably to jeer that there must be something wrong with those guys – they must be misogynistic woman-haters or suffer some inadequacy like having a little willy or being unable to get a girlfriend.

If, however, the protests and the arguments came from women – especially if those women were manifestly mature, educated, balanced and successful in their own lives – then no such philistine, sexist reaction would be possible. The only knee-jerk dismissal available is to sneer that such women must have "internalised their own misogyny". Anybody who fancies their chances should try that line on Cynthia Garrett and see how it goes.

The mothers who have banded together in FACE are part of a growing worldwide movement consisting of women speaking on behalf of men. In the UK, they can be found among The Liberty Belles and Women against Feminism. In the US, they include Karen Straughan of girlwriteswhat (@girlwriteswhat ) and Cassie Jaye, maker of the ground-breaking documentary film The Red Pill.

On behalf of their sons, their grandsons and their husbands, these women are demanding better treatment for boys in schools and for fathers in the family courts. With nothing to gain for themselves, they are standing up against manifest injustice, just as the men of this country and the West, led by John Stuart Mill and Henry Fawcett, acted to repair the manifest inequalities and injustices in the position of nineteenth century women.

Men – and the world – now need ten million more such women to make their voices heard.




9. Werfen wir nach längerer Zeit mal wieder einen Blick ins exotische Ausland: Die südasiatische Nachrichten-Website "Manorama" fragt, ob vor allem Familien Männer in den Selbstmord treiben. Der Anlass für diese Vermutung: 75 Prozent der Männer, die sich das Leben nehmen, sind verheiratet.

Montag, September 11, 2017

FOCUS: "SPD übertreibt schon wieder Lohnlücke – zwei statt 21 Prozent" – News vom 11. September 2017

1. Der FOCUS widmet sich dem aktuellen Walhlkampf-Lügenmärchen der SPD.



2. In Deutschland gibt es inzwischen einen Besorgnis erregenden Mangel an Berufskraftfahrern. Das Wissenschaftsblog Sciencefiles macht einen ironischen Vorschlag, wie man diesen Mangel mit feministischen Methoden behoben sollte.



3. In Ottawa eröffnet eine männerfreundliche Wohltätigkeitsorganisation eine neue Notunterkunft für Männer und Familien. Die kanadischen Medien können darüber nicht ohne den Hinweis berichten, dass diese Organisation "umstritten" sei:

The same charity that brought a controversial men's rights documentary to Ottawa last year is opening a new centre for men in Ottawa.

Called the Canadian Centre for Men and Families, it's the third such facility from the Canadian Association For Equality. There's already a centre in Toronto, and a third in Calgary that's open just one day a week.

The association was in the news late last year in Ottawa after the Mayfair Theatre cancelled a screening of a men's rights documentary called "The Red Pill" because of complaints. The screening was to serve as a launch event for a fundraising campaign for the new centre.

The screening ultimately went ahead in a room at Ottawa City Hall, and CAFE went on to raise $80,000. The centre's grand opening is scheduled for Saturday afternoon at the new office on Montreal Road in Vanier.

A peer support program for fathers dealing with separation or divorce will be among its initial offerings, said executive director Patrick Wright. Later plans include legal services for both victims of abuse and those accused of it, along with mental health services.


Der Bericht erwähnt auch eines von diversen Beispielen dafür, dass Notunterkünften, sobald sie männlichen Opfern zur Verfügung stehen, öffentliche Gelder gestrichen werden:

The new centre is arriving shortly after the disappearance of a more established service for men in Ottawa.

The Men's Project, which supported male survivors of sexual abuse, shut down after the province pulled all its funding in 2015. The project began as a volunteer initiative in the late 1990s, and over the years its clients included many victims of sexual abuse in Cornwall.

After the funding cut, executive director Rick Goodwin and his staff went on to set up a private practice called Men And Healing. But it's only open to those who can pay.

"Men without means are prevented access to services, and that's a shame," he said.

Goodwin said while some of the provincially-funded services for sexual assault victims have started serving men, many still don't, including the centres in Ottawa.

"Why is there that gap?" Goodwin said. "We have to go to the funding source of those centres and say hey, these are taxpayer dollars. Why is it being used in such a way that only serves half the population?"

Goodwin said it's not just sexual abuse survivors who are suffering from a lack of services for men; there's a gap "around a variety of issues related to their well being."


Ein weiterer Artikel über die neue Notunterkunft gibt ihren Betreibern die Gelegenheit, die feministischen Angriffe zurückzuweisen:

According to CAFE’s Ottawa chair, David Shackleton, the group’s detractors are the ones missing the point.

"Our evolutionary history has taught us to empathize with women and children, and not with men. Men were the protectors, and women and children were the protected. If you empathize with the protector, they can’t do their job; if you care too much, they can’t put their life on the line. The result is that when women and children are in trouble, we want to fix things for them. When men are in trouble, we want them to fix it for themselves. So we have an imbalance in society in empathy. But we’ve said to the world we want gender equality, and I think to do that, we need to address that empathy imbalance."

More than a quarter of the audience at Saturday’s ceremony were women, including CAFE board member Meg Reket.

"What I want to do is listen to the men," she said. "I want the men to come and tell us what they need. I don’t want to make an assumption."

When she was in her 20s and in an untenable relationship, Reket said she found herself needing help, and everywhere she turned, she said, she found programs, funding and support. Now with a son and daughter, she feels her daughter will find the same support should she ever need it, but worries that her son won’t.

"When I look for those same resources for my son, I’ve found that there’s still a lot of work to be done."




4. Eine aktuelle Studie enthüllt, was an US-amerikanischen Universitäten im Argen liegt, sobald es zu Vorwürfen sexueller Übergriffigkeiten kommt. Nur zwei Beispiele:

Nearly three-quarters (73.6%) of America’s top 53 universities do not even guarantee students that they will be presumed innocent until proven guilty.

Fewer than half of schools (47.2%) require that fact-finders — the institution’s version of judge and/or jury — be impartial.


Insofern war es höchste Zeit, dass Trumps Erziehungsministerin Betsy DeVos versucht, hier wieder die Grundprinzipien der Rechtsstaatlichkeit herzustellen. Aber natürlich ist sie dafür weiterhin unter feministischem Beschuss:

Nita Chaudhary, co-founder of UltraViolet, a leading national women’s advocacy group, said the idea that there needs to be more of a focus on the rights of the accused would be "laughable if it weren’t so terrifying and outright dangerous."

"With one-in-four women sexually assaulted while in college — we are facing a national rape epidemic on our campuses, and today’s announcement makes clear that Betsy DeVos and Donald Trump are more concerned with protecting perpetrators than the survivors they sexually assaulted," she said in a statement.

"Sadly, given Trump’s own history of bragging about sexual assault, I guess we should not be surprised. There are no two sides when it comes to rape. Period."




5. Die Post:

Heute schreiben Sie, dass Frau Clinton inzwischen fast jedem die Schuld an ihrer Wahlniederlage gibt, außer sich selbst natürlich und zählen einige ausgemachte Schuldige auf.

Einen haben Sie dabei nicht erwähnt. Vor ein paar Tagen las ich, dass sie in einem neuen Buch Bernie Sanders die Schuld daran gibt. Bernie Sanders! Ausgerechnet dem. Er war ein überzeugender Kandidat der Demokraten bei der letzten Präsidentschaftswahl in den USA. Weil er Dinge sagte über die US-Wirtschaft und dem politischen Sumpf um sie herum, die ich noch nie von einem Demokraten, von einem Republikaner schon 3 mal nicht, natürlich, von einem Präsidentschaftsbewerber gehört hatte.

Er hatte keine Millionenspenden aus der Wirtschaft und wollte sie auch nicht. Er war glaubwürdig, und dieser alte Mann kam deshalb vor allem auch bei der Jugend gut an. Eine Führungsclique der demokratischen Partei um die Clintons herum und diese wieder angeführt von einer Frau hatten ihn in parteiinternem Gemauschel ausgebootet. Es musste ja eine Frau sein, und Clinton war die Beste. Bernie war selbst nach diesem Meuchelmord uneigennützig genug, sich dem Lager Clinton anzuschließen.

Inzwischen sind sich viele darüber einig, was ich damals schon gedacht hatte. Der glaubwürdige Bernie Sanders hätte gegen einen Raufbold aus der Wirtschaft wie Donald Trump bessere Chancen gehabt, gewählt zu werden. Insofern hat Hillary Clinton, die Bernie Sanders die Schuld an ihrer Wahlniederlage, gibt die Schuld an der Wahlniederlage der Demokraten bei den letzten Wahlen.


Ein anderer Leser schreibt mir:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

auf diesem Wege nach langer Zeit der fast täglichen Lektüre Ihres Blogs meinen ausdrücklichen und herzlichen Dank für Ihre unermüdliche Arbeit.

Als ich vor einiger Zeit auf Ihren Blog stieß, empfand ich das als nahezu befreiend, dass es noch andere gibt, die ähnlich denken und fühlen, insbesondere mit linker Grundhaltung. Auch Ihr sachlicher Ton (nur bisweilen polemisch zur Lockerung) ist angenehm.

Durch Ihre Anregung habe ich vieles hinterfragt und mich zu vielen Themen bis z.B. in die Protokolle von Bundestagsausschüssen vertieft. Eher mühsam, doch erhellend.

Leider muss ich immer wieder die Erfahrung machen, dass ich mit meinen Ansichten in meinen eher links geprägten Umfeld auf Ablehnung stoße.

Ablehnung ist nicht der richtige Begriff. Diese würde eine Auseinandersetzung mit dem Thema voraussetzen.

Man macht da eher auf "Die drei Affen". Man ahnt wohl, dass da was ist, weiß damit nicht umzugehen und verweigert einfach das Gespräch.

Das passt dann leider zu meiner Wahrnehmung, dass man in linken Kreisen zur Zeit eher bemüht ist, politisch Andersdenkende an einer Meinungsäusserung zu hindern, als sich argumentativ mit ihnen auseinanderzusetzen. Die Geschichte lehrt uns leider, dass linke Ansätze oftmals in Repression enden.

Ein anderes Thema: Ich hörte gestern in den offiziellen Nachrichten des DLF die folgende Nachricht: Obdachlosigkeit steigendes Risiko für Frauen.

Eigentlich nichts Neues, dass Probleme erst erkannt werden, wenn Frauen nur irgendwie betroffen sind.

Mich erschreckt trotzdem immer wieder die platte Weitergabe solcher Meldungen in den Öffentlich-Rechtlichen ohne jede Recherche. Nichts ist es mit Bildungsauftrag und ausgewogener Berichterstattung nach Rundfunkstaatsvertrag. Dabei sollten diese doch eigentlich Zeit (Geld) genug haben, zumindest eine Suchmaschinen-Anfrage durchzuführen.

Da stößt man schon auf der ersten Ergebnisseite hierauf und lernt auf einer regierungsgestützten Webside, dass 76% der Wohnungslosen Männer sind (zweiter Absatz).

Interessant auch, dass 2,5% der Wohnungslosen wegen richterlicher Anordnung nach dem Gewaltschutzgesetz obdachlos wurden (dritter Absatz). Welches Geschlecht haben die wohl?

Ich bleibe mit meinen Möglichkeiten dran und stelle z.B. zu aktuellen Wahlen meiner SPD-Kandidatin so einige Fragen. Auch im persönlichen Umfeld werde ich offener hinsichtlich meiner Haltung. Leider erfahre ich immer wieder die o.g. "Zurückhaltung" mit entsprechenden sozialen Konsequenzen. Irgendwann mag man aber einfach nicht mehr diskret schweigen, bei all dem feministischen Unsinn, der einen von allen Seiten anspringt.

Es gibt m.E. in der letzten Zeit auch durchaus eine Veränderung. In den Online-Main-Stream-Medien erscheint wohl kaum noch ein diskussionsoffner Beitrag mit platt-feministischen Antritt, der in den Kommentarspalten nicht deutlichen Widerspruch erfährt.

Wohl auch ein Erfolg Ihrer Arbeit.

Weiterhin viel Mut dafür und nochmals vielen Dank.

p.s. Leider muss ich Sie ob meiner beruflichen Situation bitten, auf eine Nennung meines Namens zu verzichten.

Samstag, September 09, 2017

"Bundesforum Männer" schließt sich Männerrechtlern an – News vom 9. September 2017

1. Wie Genderama berichtete, gab es ein breites Medienecho auf die These der "IG Jungen, Männer, Väter" (einem Verbund von Männerrechts-NGOs wie MANNdat), dass sämtliche derzeitigen Bundestagsparteien in Fragen der Männerpolitik eklatant versagten und für Männer nichts anzubieten hätten. Anhand von Wahlprüfsteinen zu einzelnen Feldern hatte dies "IG Jungen, Männer, Väter" näher beleuchtet.

Gestern schloss sich das staatliche "Bundesforum Männer" in einer eigenen Verlautbarung, die ihrerseits verschiedene männerpolitische Baustellen erwähnt, dieser Darstellung an. "Männer als eigenständiger Adressatenkreis von gleichstellungspolitischen Vorhaben tauchen beinahe gar nicht auf", beklagt das Bundesforum. "Höchstens in homöopathischen Dosen finden sich im Bereich Familienpolitik Ansätze, die explizit Väter ansprechen."

Von Vätern, so heißt es in dem zitierten Statement weiter, sei weder bei der FDP, der SPD noch den Grünen explizit die Rede – wohl aber im Wahlprogramm der AfD, wo sich folgender Passus fände: "Einer gezielten Politik für Männer und Väter, hat sich bislang keine Partei angenommen. Bei vielen getrennt lebenden Paaren leiden viele Väter unter den familienrechtlichen Bestimmungen, wünschen sich beispielsweise mehr Umgang mit ihren Kindern haben zu können. Wir wollen uns deshalb für die Rechte von Vätern stark machen."

Wenn es um häusliche Gewalt geht, führt das "Bundesforum Männer" weiter aus, gibt es von der SPD immerhin Lippenbekenntnisse, auch Gewalt gegen Männer ernst zu nehmen, während die Grünen hier noch im Jahr 2017 ausschließlich Frauen als Opfer sehen.

Alles in allem, lautet das Fazit dieses Statements, sei die Vernachlässigung von "Jungen, Männern und Vätern" in den Parteiprogrammen "sehr bedauerlich". Insbesondere sei es"sehr bitter, dass unter den Parteien, mit den größten Chancen in den Deutschen Bundestag einzuziehen, einzig die AfD eine dezidierte Männer- und Väterperspektive einnimmt". Von den anderen Parteien würden drängende offene Fragen weiter stur ignoriert.

Das Bundesforum Männer besteht seit dem Jahr 2010 und wird vom Bundesfrauenministerium finanziert. Dem Graswurzelaktivismus der Männerrechtler stand vor allem die Führung des Bundesforums feindselig gegenüber und versuchte, ihn zu torpedieren. Da das Forum mit 27 Mitgliedsorganisationen und einer Finanzkraft von mehreren hunderttausend Euro Männerrechts-NGOs wie MANNdat weit in den Schatten stellt, kritisierten Mitglieder der Basis der Männerbewegung, einschließlich Genderama, ihrerseits das Bundesforum dafür, männerpolitische Forderungen ohne entsprechenden Nachdruck voranzutreiben.

Nach der aktuellen Verlautbarung kann ich nur fragen: Wie wäre es denn damit, die Hände zukünftig nicht mehr in den Schoß zu legen, sondern mit Männerrechtlern gemeinsam an einem Strang zu ziehen, liebe Bundesforisten? Dann stehen eure Chancen vielleicht etwas besser, dass ihr euch in Zukunft solche Lamentos ersparen könnt, nachdem sich SCHON WIEDER in einer Legislaturperiode kaum etwas für Männer verbessert hat. Allerdings bräuchte es dazu bei euch einen Mann an der Spitze, dem man abnimmt, dass er solche Verbesserungen auch wirklich durchsetzen will.



2. Auch die "Süddeutsche Zeitung" macht inzwischen Reklame für die Kanzlerin: "Frauenrechte sind für Merkel keine Herzensangelegenheit" titelt das Blatt. Der Artikel Cerstin Gammelins lobt Merkel besonders dafür, sich den Forderungen nach einer Frauenquote nur so weit angeschlossen zu haben, wie es nicht zu vermeiden war. Bei einer europäischen Regelung habe sich die Kanzlerin lange Zeit erfolgreich quergestellt, und auf die Frage, ob sie eine Feministin sei, habe sie "beinahe erschrocken reagiert".

Leserbriefe mit dem Hinweis "Ich glaube nicht, dass dieser Artikel als Reklame gemeint war" schicken Sie bitte an meine bekannte Mail-Adresse.



3. Offenbar damit die Redaktion des SPIEGEL nach dem männerfreundlichen Artikel letzte Woche ihr Gewissen wieder beruhigen kann, fährt das Magazin in der aktuellen Ausgabe wieder eine harte feminsitische Linie. Prägnd dafür sind vor allem zwei Beiträge: "Lücke im Gesetz" von Susanne Amann, Ann-Katrin Müller, Anne Seith und Co., beklagt dass das von Schwesig durchgesetzte Lohntransparenzgesetz natürlich noch lange, lange nicht weit genug geht, um "Geschlechtergerechtigkeit" beim Gehalt durchzusetzen. Und im Leitartikel auf Seite 8 des Magazins, überschrieben mit "Gleicher Lohn für Frauen und Männer – das sollte die entscheidende Frage bei der Wahl sein" von Susanne Amann heißt es:

Wir haben uns an die 21 Prozent gewöhnt, an Zustände, die nicht akzeptabel sind: Frauen bekommen im Schnitt ein Fünftel weniger Gehalt. Ihnen droht häufiger Altersarmut, weil ihre Renten entsprechend geringer sind. Sie leisten überproportional häufig unbezahlte Versorgungsarbeit, sind finanziell oft von ihren Männern abhängig und leben in Rollenmodellen, die weder sie noch die Männer immer so wollen.


Wenn es den 31,7 Millionen möglichen Wählerinnen ernst sei, fordert Amann, "können sie ihre Stimme am 24. September genau danach vergeben."



4. Christian Schmidt erklärt, wie Männerrechtler so erfolgreich wie Feministinnen sein können, statt ihre eigenen Erfolge zu sabotieren.



5. David Futrelle – vielleicht der einzige US-Amerikaner, der Männerrechtler noch leidenschaftlicher hasst, als es Michael Kimmel tut – schäumt über die Entscheidung der US-Erziehungsministerin, an amerikanischen Universitäten wieder faire Verfahren nach Vorwürfen sexueller Gewalt durchzusetzen: Betsy DeVos’s Title IX Rollback Is a Victory for Men’s-Rights Groups!

Das Positive: Futrelle hat mir seinem bizarren Hass auf Männer und auf Männer, die sich für Männer einsetzen, endlich einmal nicht mehr die Lufthoheit inne. Viele Schlagzeilen in der Presse bewerten das Vorgehen der Erziehungsministerin deutlich:

National Review: Betsy DeVos’s Critics Rely on Junk Science and Sheer Malice

New York Times: Betsy DeVos Ends a Campus Witch Hunt

Washington Examiner: Finally, someone in power is standing up for due process in campus sexual assault cases

Washington Post: Betsy DeVos’s remarks on campus sex assault were right on target

Natürlich steht selbst Futrelle nicht völlig alleine. Der britische Guardian etwa hält wacker die feministische Linie und attackiert die Ministerin dafür, faire Prozesse für die Angeklagten durchsetzen zu wollen. Unter ihr sei das Erziehungsministerium zu einem "department of rape apologists" verkommen.

In the end DeVos is simply defending the people she and her boss have always been most interested in defending. The sexually accused are overwhelmingly male, overwhelmingly white (57%, according to RAINN), and presumably, entitled. In other words, they are Trump’s core constituency to a T.

Trump rose to power by championing a culture that prioritizes white men who’d grown used to having the world at their feet – not real victims. (...) Now Jackson and DeVos are at work trying to silence sexual accusers coming up through schools across the country.


Im feministischen Denken, sind Opfer von Falschbeschuldigungen keine "echten Opfer", weil es sich mehrheitlich um weiße Männer handelt. Ja, das erklärt wohl wirklich gut, warum sogar einer wie Trump die Wahl gewonnen hat und nicht eine wie Clinton.



6. Allerdings haben wir mit Hillary Clinton als US-Präsidentin einiges verpasst: Aktuell wirft sie Vladimir Putin Manspreading vor.

Ein Running Joke über Clinton ist, dass sie inzwischen so ziemlich jedem außer sich selbst die Schuld an ihrer Wahlniederlage gegen Trump gegeben hat. Inzwischen sind sogar ihre feministischen Unterstützer an der Reihe:

In an interview with the Daily Mail, Hillary talked about the huge amounts of protestors who showed up to the Washington’s "Women’s March." She was angry that those women weren’t as energetic about her campaign. "I couldn’t help but ask where those feelings of solidarity, outrage and passion had been during the election," said Hillary.




7. Ein britischer Vater versteckte eine Kamera in seinem Haus, weil er – womöglich zu Recht – vermutete, dass die Polizei ihm nicht glauben würde, dass er häuslicher Gewalt durch seine Frau ausgesetzt war.



8. Auch dem Washington Examiner fällt auf, wie hohl feministische Anti-Männer-Rhetorik klingt, sobald Naturkaastrophen zunehmen:

"What are men good for?" they asked us incessantly, and their answer was always, "‘not much." They were good for fights, football, for harassment of women, for suppression of women, and for cheating women in a nefarious manner out of the good things they earn. "Postmortems offering rational explanations for how a pussy-grabbing goblin managed to gain the White House over an experienced woman have mostly glossed over one of the well-worn dynamics in play: A competent woman losing a job to an incompetent man is not an anomalous Election Day surprise; it is Tuesday in America," said Rebecca Traister in New York. For a long time, feminists made much of the disparities between men and women in higher-paying and high-prestige occupations without seeming to notice that the disparities in more dirty and dangerous jobs are even more striking.

The number of men sailing small pleasure boats at the height of the storm to rescue complete strangers vastly outnumbered the number of women doing the same; ditto the number of men wading thigh-high deep in water rescuing women and children, ditto the number of men taking risks. There's nothing like a crisis of the fundamental description to make masculinity just a little less toxic, and make the feminist movement that coined this obsession appear just a little more dumb.




9. Die Post. Einer meiner Leser weist mich auf einen Spiegel-Online-Beitrag über den Mangel an männlichen Lehrkräften an Grundschulen hin. Der Artikel berichtet auch von einem Projekt, das jungen Männern den Grundschullehrberuf näher bringen soll, und einer bezeichnenden Reaktion darauf:

Dass mehr Männer an den Grundschulen unterrichten sollten, findet auch Ilka Hoffmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Das Bremer Projekt sieht sie dennoch kritisch. "Ich halte es für problematisch, dass männliche Studierende an Schulen unterrichten dürfen, weibliche dagegen nicht." Außerdem greift ihr das Projekt zu kurz. "Es gibt nicht nur das Rollenvorbild Mann. Das Lehrerzimmer muss insgesamt bunter werden." Dazu gehörten auch Lehrer mit ausländischen Wurzeln oder Behinderungen."


Mein Leser merkt dazu an:

Die ablehnende Haltung der GEW-Vertreterin Ilka Hoffmann wiegt schwer! Denn obwohl es mit 90% weiblichen Lehrkräften einen deutlichen Überhang an Frauen gibt, sieht sie nur die Benachteiligung von weiblichen Studierenden, die etwas NICHT tun dürfen. Da geht einer mathematisch wenig bewanderten GEW Vertreterin doch gleich das Gerechtigkeit-Messer im Sack auf! Dass es sinnvoll ist, Männer in diesem Bereich gezielt zu fördern, dass unterstreicht sie nicht.

Der Beitrag ist als ganzes lesenswert. Und ich habe das Gefühl, als ob männerspezifische Themen etwas sensibler wahrgenommen werden.

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