Dienstag, Januar 23, 2018

Gastbeitrag: Alternativen zu Google

Einer meiner Leser hat mir einen kurzen Text zum Thema "Alternativen zu Google" zugesandt:

Bestimmt hat sich jeder schon mal gefragt, was Google so alles mit seinen Daten macht. Der eine oder andere hat vielleicht auch Alternativen gesucht.

Ich selbst habe mich entschlossen, Google zu meiden, nachem ich den Text "Google’s Echo Chamber" von James Damore und die Reaktionen darauf gelesen hatte.

Man mag sich nach dem Sinn eines solchen Markenboykotts fragen. Eine Internetsuchmaschine zu meiden ist jedenfalls einfacher, als etwa bestimmte Produkte im Supermarkt.

Wie sind nun meine Erfahrungen damit?

Mein Fazit vorweg, ich halte Google für die beste Suchmaschine. Ich "muss" aber nur noch in Ausnahmefällen darauf zurückgreifen. Es gibt zahlreiche Alternativen. Mein Favoriten sind: qwant gefolgt von bing.

Diese bieten die gewohnte Auswahl, die Ergebnisse der Suche als Text, Bilder, Videos, Karten und so weiter anzeigen zu lassen.

Wer Wert darauf legt, dass sein Suchverhalten gar nicht nachvollzogen wird, kann zum Beispiel duckduckgo verwenden. Die Suchergebnisse überzeugen mich aber nicht.

Andererseits könnte hier auch mit Tor oder VPN etwas gehen. Allerdings schreibe ich hier auch nicht über Alternativen zu Google wegen Datensicherheit.

Es gibt noch einige weitere. Etwa sogenannte Meta-Suchmaschinen, welche die Anfrage an verschiedene Suchmaschinen weiterleiten (auch an Google). Manche sprechen eine bestimmte Klientel an, etwa Kinder, und haben im Hintergrund dann einen anderen Anbieter (z.B. Google).

Ich bin allerdings nur Suchender. Als Anbieter, der sich mit Suchmaschinen-Optimierung usw. befassen muss, dürfte es schwieriger sein, Google zu meiden.

Montag, Januar 22, 2018

Computer kosten vor allem Männer ihre Jobs – News vom 22. Januar 2018

1.
Computer und Automatisierung bringen viele Verlierer, warnt der bekannte Ökonom Carl Benedikt Frey. Das treffe vor allem Männer. (...) Sie verbrächten jetzt besonders viel Zeit vor dem Fernseher. Viele blieben arbeitslos. Entsprechend hätten sie es schwerer, eine Ehefrau zu finden. „Die Frauen fragen: Warum soll ich diesen Loser heiraten?“ Also bekämen die Männer weniger Kinder. In Regionen, in denen das besonders viele Menschen trifft, wachse die Gewalt. In Amerika habe es in diesen Regionen bei der jüngsten Präsidentschaftswahl besonders viele Stimmen für Donald Trump gegeben.


Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Don Alphonso und Birgit Kelle waren Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum Stand des Feminismus:

Auf dem Podium saß eine recht homogene Gruppe, so kam Disput leider kaum zustande. Den Advocatus diaboli spielte die Moderatorin Rebecca Schönenbach, aber eher halbherzig. Eine junge und bekannte Feministin aus Berlin, die eigentlich den Gegenpart geben und damit eben für die wichtige Diskussion sorgen sollte, hatte abgesagt. In der Gated Community der Berliner Feminstinnenriege, mit zahlungskräftiger Böll-Stiftung im Hintergrund, dürfte es publizistisch den Todesstoß bedeuten, mit Don Alphonso und Birgit Kelle zusammen aufzutreten. Und diese Gleichschaltung im Milieu, bei Binnenabweichung um ein Minimales allerhöchstens, ist ein grundsätzliches Problem dieser Szene. Wie auch im Journalismus einer bestimmten Couleur. Es gibt dann bei bestimmten Zeitungen ganz einfach keinen Schreibplatz mehr. Und wer mit dieser Arbeit sein Geld verdienen muß, der hält halt den Rand, wenn er im grün-roten Milieu nicht Persona non grata sein will und wenn er nicht bei "Sezession" oder ["junger Freiheit"] schreiben mag.


Diese Situation kommt mir irgendwoher bekannt vor.

Wie sehr Vorurteile und der Medienrant einschlägiger Twitterfeminstinnen unser Bild von einem Menschen prägen können, zeigt sich an dem Phänomen Birgit Kelle. Ich erwartete eine Reaktionärin, nahe beim Rechtsradikalen gesiedelt, und bekam eine liberal-konservative, aber wehrhafte Frau geboten, die sich stolz zu ihrem Katholizismus bekannte. Anhand solcher Meinungsmache wie man sie von Wizorek und Konsorten kennt, kann man gut sehen, wie in einer Gesellschaft Trugbilder geprägt werden.




3. Die britische Universität Oxford erlaubt mehr Zeit bei Mathe-Tests, damit mehr Frauen gute Noten erhalten. Kritiker bezeichnen das als "sexistisch", weil Frauen damit als schwächer hingestellt würden.

(Merke: Auch wer Frauen mit Sonderregeln bevorteilt, wird sie aus feministischer Perspektive immer benachteiligen. Das "Patriarchat" ist unerbittlich in seiner Bösartigkeit.)



4. Die Studentenvereinigung der kanadischen Universität Ryerson (Toronto) wird von Männerrechtler/-innen verklagt, weil dort kein Verein für die Anliegen von Männern erlaubt wurde:

Die Studentenvereinigung Ryerson erkennt über 80 verschiedene Studentengruppen an, z.B. "Studenten für Gerechtigkeit für Palästina" und "Studenten unterstützen Israel". Während die Studentenvereinigung Ryerson dafür gelobt werden kann, dass sie entgegengesetzte Ansichten über den Nahostkonflikt toleriert, erstreckt sich diese Toleranz nicht auf diejenigen, die mit radikaler feministischer Ideologie nicht einverstanden sind.

(...) Seit 2015 hat die Studentenvereinigung Ryerson den Männerverein wiederholt als Campus-Club abgelehnt, weil einige Feministinnen die Diskussion über Themen, mit denen Männer und Jungen konfrontiert sind, als ideologische Bedrohung ansehen.

(...) Die Studentenvereinigung Ryerson behauptete weiter, dass der Männerverein Frauen "belästigen" und ihnen das Gefühl der "Verunsicherung" geben würde, allein wegen der Sachfragen, die der Männerverein diskutieren wollte.




5. An der US-amerikanischen Universität Princeton hat die Abteilung zur Bekämpfung von sexueller Belästigung Regeln für einvernehmliches Verhalten auf dem Tanzboden bekannt gegeben. Dazu gehören nicht nur Fragen wie "Willst du tanzen?", sondern auch die Pflicht, sich immer wieder zu überzeugen, ob das gemeinsame Tanzen immer noch einvernehmlich stattfindet, weil der Partner es enthusiastisch bejaht. Tänzer sollen dann auch das Angebot machen: "Wir können jederzeit damit aufhören, wenn du nicht mehr möchtest."

Vorbild für diese Regelung ist offenkundig das an US-amerikanischen Hochschulen beworbene Verhalten für angemessenes Verhalten beim Sex, um sich nicht einer Vergewaltigung schuldig zu machen.

In der Kommentarspalte zu diesem Beitrag heißt es: "Princeton hat sich seit Einsteins und Feymans Zeiten ganz schön verändert."

Samstag, Januar 20, 2018

Hat Männerrechtler Frauen aus "Star Wars" eliminiert? – News vom 20. Januar 2018

1. Aufregung im Netz: "Männerrechtler" löscht Frauen aus "Star Wars: The Last Jedi" schlagzeilt Österreichs "Standard":

Ein selbsternannter "Männerrechtler" (...) hat eine neu geschnittene Version des Blockbusters veröffentlicht, in der Frauen weitestgehend entfernt oder ihr Stellenwert stark reduziert wurde.


Andere Medien, etwa "TV Spielfilm", berichten dasselbe.

Aber stimmt das auch, oder schreiben verschiedene Journalisten der "Qualitätsmedien" nur wieder ohne Gegenrecherche Unfug voneinander ab? Tatsächlich findet sich für die Behauptung, der auf The Pirate Bay anonym veröffentlichte Zusammenschnitt stamme von einem Männerrechtler, keinerlei Beleg. Der britische Telegraph berichtet dementsprechend seriös, dass man über den Urheber des "Chauvinist Cut" nur spekulieren kann:

Die Kommentatoren des Online-Forums Reddit haben nicht positiv auf den neuen Schnitt reagiert, und die User nannten ihn "ein perfektes Beispiel dafür, wie zerbrechlich das männliche Ego ist" und "das Erbärmlichste, was ich je gesehen habe". Andere wiederum haben vermutet, dass es sich um eine ausgefeilte Parodie der Reaktion eines Sexisten auf den Film handeln muss.


Viele Medien, so die "Süddeutsche" und "ze.tt", berichten korrekt von einem unbekannten Fan. Viele andere Journalisten übernehmen bemerkenswert bereitwillig die Behauptung, ein Männerrechtler sei der Verantwortliche gewesen, die wohl einem Beitrag entstammt, der auf der australischen Website Pedestrian veröffentlicht wurde und in dem – ebenfalls belegfrei – von gleich mehreren Männerrechtlern die Rede ist. Der Autor dieses Beitrags, Ben McLeay, wirkt allerdings ein klein wenig parteiisch, was die Männerrechtsbewegung betrifft. Er spottet gleich zu Beginn seines Artikels:

Es ist äußerst tragisch, dass den Männerrechtlern nicht der Respekt zuteil wird, den sie verdienen. Es ist wirklich ärgerlich, dass, gerade weil ihre gesamte Weltanschauung um ein tiefes Gefühl der Vorrechte gebildet wurde, das durch das Betrachten von Tausenden von Stunden Harems-Anime herbeigeführt wurde, niemand sie ernst nimmt. Es ist herzzerreißend, dass andere Leute sie nicht ernst nehmen, nur weil sie sich – anstatt sich mit aktuellen Themen wie Selbstmordraten und Depressionen unter Männern zu befassen – auf dumme Scheiße konzentrieren, wie das Herausschneiden aller Teile des "Letzten Jedi", die nicht um Männer herum zentriert sind.


McLeay hämt also gegen Männerrechtler auf der Grundlage seiner eigenen irren Phantasien über diese Bewegung, statt sich mit dem zu beschäftigen, was Männerrechtler tatsächlich tun. Daraufhin stürzen zig Journalisten, die selten bis nie über Männerrechtler berichten, wenn wir nach monatelanger Kleinarbeit über wichtige Themen wie häusliche und sexuelle Gewalt aufklären, eilfertig an ihrer Tastaturen.

Derartige Verleumdungskampagnen, bei denen man Männerrechtler mal mit Amokläufern, mal mit der (anti-maskulistischen) Website "Return of Kings" zu assoziieren versucht, gibt es seit Jahren – offenbar immer in der Hoffnung, dass auf Dauer ein Negativbild über diese Bewegung hängen bleibt.

Die aktuelle Falschmeldung hilft kritischen Mediennutzern vor allem dabei zu erkennen, welche Medien gerne solche Fake News veröffentlichen. Dazu zählt in diesem Fall wenig überraschend das feministisch geprägte Magazin "Vice" sowie sowie "Der Westen", so belegfrei wie die Kollegen berichtet diesen Quatsch aber sogar die angesehene "Washington Post". Im deutschen "Musikexpress" heißt es:

Ein selbsterklärter "Aktivist für die Rechte von Männern", also ein sexistischer Hardliner, hat Rey (Daisy Ridley), Leia (Carrie Fisher) und alle anderen Frauen aus dem 2,5 Stunden langen Actionfilm herausgeschnitten.


Der nicht namentlich gekennzeichnete Artikel berichtet weiter:

Nun hat ein weiterer Hobby-Cutter die Aktion parodiert und eine Version von "Der Soldat James Ryan" erstellt, in der alle Männer fehlen. Das friedliche Ergebnis sollte man sich in voller Länge anschauen. Es geht nämlich auch nur 2 Minuten und 20 Sekunden.


Mit anderen Worten: Wenn all die Soldaten nicht gewesen wären, die sich zu Hunderttausenden abschlachten ließen, um Hitler zu stoppen, wäre die Welt ein viel friedlicherer Ort gewesen ...

Gut, nun ist naheliegend, dass man in einem Musikmagazin von Musik und nicht von Politik und Geschichte etwas versteht, aber warum muss man sich überhaupt zu solchen Dingen äußern, wenn man sich damit doch nur derart blamiert? Nur weil es in der popkulturellen Szene einen Gruppendruck gibt, Männer entsetzlich zu finden? Da ist das versuchte Virtue Signalling ordentlich daneben gegangen.

Die verkaufte Auflage der Tageszeitungen und Publikumszeitschriften rauschte übrigens auch letztes Jahr rasant weiter nach unten. Wenn Leser in kostenlosen Internet-Blogs bessere Recherche geboten bekommen als im kostenpflichtigen "Qualitätsjournalismus", wundert einen dieses anhaltende Fiasko für die Presseerzeugnisse nicht.



2. Die Massenmanipulation durch die großen Konzerne geht weiter: Amazons Sprachassistentin "Alexa" erklärt jetzt, sie sei eine Feministin – "wie alle, welche die gesellschaftliche Ungleichheit zwischen Männern und Frauen überbrücken wollen".

Die Aufgabe von Journalisten ist es eigentlich, solche Entwicklungen wie politische Indoktrination durch einen Mega-Konzern wie Amazon in Frage zu stellen. Eike Kühl, Verfasserin des verlinkten "Zeit"-Artikels, sieht das aber offenbar anders. Ihrer Ansicht nach sollte man

Menschen im Internet, die Dinge wie Gleichstellung, Bürgerrechtsbewegungen und Gender als Bedrohung und Verschwörung eines Unternehmens ansehen, nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken.


Es ist alles in Ordnung, Bürger. Ignorieren Sie die Kritik. Es gibt keinen Grund, sich Gedanken zu machen.

Oder aber man diskutiert das Thema bei Christian Schmidt.



3. Weitgehend ignoriert wird auch ein anderes wichtiges Thema: sexueller Missbrauch durch Mütter. Nur selten wird dieses Tabu gebrochen – so für ein paar Minuten von "Frau TV". (Triggerwarnung an alle Leser, die selbst Opfer von sexueller Gewalt durch eine oder mehrere Frauen sind.) Der Beitrag stellt auch die Berliner Opferhilfe "Tauwetter" vor.



4. Der Skandal um die Freiburger Mutter, die ihren Sohn europaweit per Internet zur Vergewaltigung angeboten hat, wird noch größer: Das zuständige Familiengericht soll den Jungen, bevor es ihn wieder der Täterin auslieferte, nicht angehört haben. Auch sei für den heute neun Jahre alten Jungen kein Verfahrensbeistand bestellt worden.

In der Debatte über Konsequenzen aus dem Missbrauchsfall forderte der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Richterbunds, Joachim Lüblinghoff, die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz. Meines Wissens haben Kinder schon das Recht, vor Vergewaltigungen geschützt zu werden. Hilfreicher wäre ein größeres Bewusstsein auch für weibliche Täter und männliche Opfer sexueller Gewalt – und dass unsere Medien damit aufhören, die Aktivisten, die für diese Opfer kämpfen, als "sexistische Hardliner" zu verleumden.



5. Die sachsen-anhaltinische Staatssekretärin Koch-Kupfer (von den Linken zur CDU gewechselt) wurde in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Zu den Vorwürfen gegen sie gehört auch Sexismus:

So soll Koch-Kupfer Kollegen und privaten Bekannten gegenüber mit der stattlichen Figur ihres Fahrers geprahlt haben. Dafür habe er aus dem Dienstwagen aussteigen müssen und sei zur Schau gestellt worden. Auch soll Koch-Kupfer den Mann zu privaten Gefälligkeiten veranlasst haben, etwa zum Einkaufen und zum Blumengießen.


Die Hoffnung, dass sich solches Verhalten von selbst erledigen würde, wenn wir nur mehr Frauen als Männer in Führungspositionen hätten, bleibt illusorisch.

Auffällig indes ist, dass aus dem Verhalten der Staatssekretärin kein großer Sexismus-Skandal in den Medien wurde. Man stelle sich einen männlichen Politiker vor, der seine Angestellte wegen ihrer Figur vor seinen Bekannten posieren lässt, und welche Reaktionen in den Massenmedien es darauf gäbe ...



6. Sandra Muller, die Journalistin, die die MeToo-Bewegung nach Frankreich brachte, wird von einem Mann, dem sie sexuelle Übergriffigkeit vorwarf, wegen Rufschädigung verklagt. Der geforderte Schadensersatz einschließlich Anwaltskosten beträgt 60.000 Euro.



7. Weitere aktuelle Kurznachrichten gibt es hier.

Freitag, Januar 19, 2018

Feministischer Hass trifft Boris Palmer (Grüne) – News vom 19. Januar 2018

1. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) lobt eine feministische Aktion gegen sexuelle Übergriffe. Die Hate Speech, die er als Antwort von den Verantwortlichen erhält, ist deutlich:

Auf Zuspruch von einem der bekanntesten Rassisten Deutschlands können wir gut verzichten. (...) Wir hassen dich.




2. Der Zürcher Tages-Anzeiger berichtet, wie schwer es das "Wechselmodell" (gemeinsame Sorge für ein Kind auch nach elterlicher Trennung) es auch in der Schweiz noch hat. Ein Auszug:

Dass der Bundesrat diese Lösung so entschieden ablehnt, ist umso erstaunlicher, als er sich dafür auf eine einzige Übersichtsarbeit stützt. Diese besagt, die alternierende Obhut könne Kinder belasten, erfordere anspruchsvolle Interaktionen sowie ein erhöhtes Einkommen der Eltern und mehr Krippenplätze. Aber sie erwähnt weder die Ergebnisse der 54 Studien, die das Wohlbefinden von Kindern in der alternierenden und der alleinigen Obhut vergleichen, noch einen der drei Konsensberichte, in welchen sich erfahrene Expertinnen gemeinsam zum Stand der Forschung äussern. In den 54 Studien zeigten die Kinder in der alternierenden Obhut – unabhängig vom elterlichen Einkommen oder von Konflikten – bessere akademische Leistungen, weniger Verhaltensauffälligkeiten und stressbedingte Krankheiten sowie eine bessere emotionale wie auch physische Gesundheit. Zudem hatten sie bessere Beziehungen zu ihren Eltern.




3. An der Uni Gießen sind die Genderstudien in der Krise.



4. Auch die französische Schauspielerin Brigitte Bardot wirbt den MeToo-Beteiligten vor, "scheinheilig und lächerlich" zu sein.



5. Ein Mörder hat bessere Aussichten auf eine glückliche Zukunft als ein Opfer von MeToo, argumentiert Jonathan Kay in der kanadischen National Post. Selbst jemand, der des Mordes schuldig gesprochen wurde, habe nach der Verbüßung seiner Strafe die Chance auf einen Neustart in der Gesellschaft. Diese Chance bleibe jenen, die durch MeToo beschuldigt werden, verwehrt.

In dem Artikel heißt es weiter:

Einige Kritiker von #MeToo haben befürchtet, dass sich die Bewegung im Extremfall zu einer Inquisition entwickeln könnte. Aber der Vergleich ist unpassend. Das Tribunal des Heiligen Amtes der Inquisition konnte eine Person wegen Judaismus, Hexerei oder Blasphemie zum Tode verurteilen. Aber es konnte eine Person auch von solchen Vorwürfen freisprechen. Dies ist der Vorteil eines Systems, in dem irgendein formaler Mechanismus von Kirche oder Staat definitiv über Schuld, Unschuld und Erlösung ausspricht: Egal wie ungenau oder unfair der Prozess auch sein mag, es besteht immer die Hoffnung, dass man wieder in die Gesellschaft eintreten, seinen Ruf wieder aufbauen und seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Im Falle der aktuellen Welle von Männern, denen sexuelle Übergriffe oder Belästigungen vorgeworfen werden, ist das unmöglich. Jian Ghomeshi vermied das Gefängnis, aber das Urteil in seinem Strafverfahren änderte nichts an seinem Ansehen in der Rundfunkindustrie. Ob Albert Schultz, Gründungsdirektor des Soulpepper Theatre, in den gegen ihn erhobenen Zivilklagen obsiegt oder nicht: Seine Aussichten sind düster.

Dank der "sozialen Medien" [wie Facebook und Twitter] haben die Richter ihr Monopol in Sachen Schuld und Unschuld verloren. Die meisten von uns treffen heute moralische Entscheidungen über Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nicht auf der Grundlage von Gesetzesdekreten oder priesterlichen Erlassen, sondern auf der Grundlage des von Menschenmassen ausgelösten Urteils unserer Peergroup, wie es in den sozialen Medien zum Ausdruck kommt. Der gefeuerte [kanadische Professor] Steven Galloway liefert vielleicht das beste Beispiel für dieses Phänomen: Eine von seiner eigenen Universität in Auftrag gegebene Untersuchung zeigte, dass er nichts nachweislich Falsches getan hatte, außer eine einvernehmliche Affäre mit einer Studentin zu haben. Aber Tausende von Menschen nennen ihn ein Monster in den sozialen Medien - und das aus keinem anderen Grund, als dass dies zur Modeerscheinung unter ihren Kontakten in diesen sozialen Medien geworden ist.

Im beruflichen Bereich sind diese Urteile der Masse ebenso durchsetzbar wie formelle gerichtliche Verfügungen. Selbst wenn es Theatermacher gibt, die privat glauben, dass Schultz wirklich zerknirscht ist, dass er ein reformierter Mann ist und dass er eine zweite Chance verdient, würden sie es nicht wagen, auf diesen Impuls zu reagieren - weil er die kollektive Beschämung auf Twitter und Facebook provozieren würde.

(...) Die #MeToo-Bewegung ist ein Einwegsystem der Gerechtigkeit: Mit ein paar Tweets kann sie einen Mann für immer als schuldig zu stigmatisieren; aber sie kann seinen Ruf nie wiederherstellen, wenn er sich als unschuldig erweist. MeToo kann Schande bringen, aber niemals Absolution. Es gibt keinen Richter, kein Gericht, keine Erzdiözese, bei der man den Fall zur Überprüfung, Begnadigung oder Bewährung vorbringen kann.

Donnerstag, Januar 18, 2018

Behörden ermöglichen Vergewaltigungen von Jungen: Der fatale Glaube an die "gute Mutter" – News vom 18. Januar 2018

1. Vor einigen Tagen ging es auf Genderama um die Mutter, die ihren Sohn per Internet europaweit zur Vergewaltigung anbot. Dabei war ein zusätzlicher Skandal, dass nachdem das Jugendamt den Jungen dieser Frau weggenommen hatte, ein Familiengericht ihn ihr erneut auslieferte. "Gerichte und Jugendamt schieben sich gegenseitig die Schuld zu und werfen sich Versäumnisse vor", berichtet inzwischen die "Welt" in einer Analyse des Behördenversagens.

Der Väterrechtler Franzjörg Krieg kommentiert den Fall: Das fatale Axiom der "guten Mutter".

Aktuell gibt es von Franzjörg Krieg weitere Beiträge, die belegen, dass die höchste Instanz in der deutschen Familienjustiz immer noch die Mutter ist – komme, was wolle:

"Wir müssen dafür sorgen, dass es der Mutter gut geht. Dann geht es auch dem Kind gut."

Kapitulation der Familiengerichte vor der Mutter.



2. Die "Berliner Zeitung" titelt: Auf dem Weg zur Gleichberechtigung. In Brandenburg verdienen Frauen mehr als Männer.

Hm. Wenn man sich erst AUF DEM WEG zur Gleichberechtigung befindet, wenn Frauen bereits MEHR verdienen als Männer, wie würde dann aus feministisch-journalistischer Sicht eine Gesellschaft aussehen, in der die Gleichberechtigung ERREICHT ist?



3. Neueren Forschungen zufolge werden Frauen unabhängig vom Lebensstil älter als Männer, meldet Peter Mühlbauer auf Telepolis und merkt an:

Die neuen Erkenntnisse werfen (...) Fragen dazu auf, inwieweit die deutschen Rentenregelungen mit dem Gleichheitsgrundsatz im Grundgesetz vereinbar sind, der auch eine Ungleichbehandlung von Ungleichem verlangt. Dass Frauen trotz einer längeren Lebenserwartung nicht länger arbeiten müssen, bis sie in Rente gehen dürfen, wurde bislang häufig damit begründet, dass der Unterschied ja auf freie individuelle Entscheidungen wie Rauchen und Trinken zurückzuführen sei. Diese Erklärung würde im Falle einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht jetzt möglicherweise nicht mehr ganz ausreichen.




4. Ist das "Patriarchat" schuld daran, dass viele junge Frauen besessen von Selfies sind, wie eine neue feministische Studie behauptet? Die Neurobiologin und Sexualwissenschaftlerin Debra Soh findet diese Behauptung absurd:

Es ist nicht richtig oder hilfreich, Männer oder "Machtstrukturen" dafür verantwortlich zu machen, wie sich Frauen kleiden und fotografieren. Das ist kontraproduktiv. Frauen sind nicht hilflos, und wir verdienen die Würde, für die Entscheidungen einzustehen, die wir treffen, unabhängig vom Motiv.




5. Unser tägliches Hintergrundrauschen von MeToo gib uns heute:

MeToo sei "unnötig" und "lächerlich" findet die Schweizer Gemeindepräsidentin Therese Schläpfer. Die Reaktionen auf dieses Statement, berichtet der Landbote, "könnten unterschiedlicher nicht ausfallen". Andere Politikerinnen äußern Zustimmung, der feministische Männerverein "männer.ch" hingegen ist natürlich entsetzt.

In der "Frankfurter Allgemeinen" fragt Tonio Walter, warum sich eigentlich nur Männer strafbar machen, wenn sie sich vor jemandem ausziehen und onanieren.

Und die Schauspielerin Catherine Zeta-Jones ist sich sicher, dass die aktuelle Anklagewelle schon bald wieder abflachen wird: "Es ist eine fantastische Zeit für Frauen und ich möchte, dass alle Frauen sich daran erinnern werden, wie stark wir als Masse sein können. Aber das wird schon bald vorüber sein. Das wird nicht mehr in jedermanns Kopf sein und wir müssen dann wieder nett zueinander sein!"

Gott bewahre.

Mittwoch, Januar 17, 2018

DIE LINKE zeigt Unternehmer wegen "Anstiftung zur Vergewaltigung" an – News vom 17. Januar 2017

1. Die Partei "Die Linke" hat gegen den Lübecker Unternehmer Winfried Stoecker aufgrund seiner Weihnachtsrede an die Belegschaft Strafanzeige wegen "Anstiftung zur Vergewaltigung" erstattet. Stoeckers Mitarbeiterinnen "müssten um ihre Unversehrtheit fürchten". Der Tageszeitung "Welt" zufolge bezieht sich die Anzeige vor allem auf folgende Passage der Rede:

"Und jetzt ein Aufruf an Euch Kollegen, die noch auf der Suche sind: Wir haben so viele nette Jungs und Mädchen in der Firma, geht ran, egal ob Ihr Vorgesetzte seid oder nicht, es kommt nur darauf an, dass Ihr das Mädchen oder den Jungen liebt."


Die Kreisvorsitzende der Partei, Katjana Zunft, erläutert:

Damit fördere Stöcker in seinem Unternehmen ein Klima, in dem Mitarbeiterinnen um ihre Unversehrtheit fürchten müssten und keine Unterstützung durch die Firmenleitung erwarten dürften, sagte Zunft. Und weiter: "Herr Stöcker fordert damit nicht nur zu einer Straftat auf, sondern stiftet zu sexueller Nötigung, sexueller Belästigung wenn nicht sogar Vergewaltigung an."


Näheres erfährt man auf der Website der LINKEN selbst.



2. Zwei neue deutsche Texte zur MeToo-Debatte: Wollen wir einen Kindergarten statt einem Lustgarten? von Cora Stephan auf der Website von Alexander Wendt sowie Angriff auf den Rechtsfrieden von dem "Staranwalt" Gerhard Strate beim "Cicero". Letzterer Beitrag schließt mit dem Fazit:

Die #MeToo-Kampagne stellt Frauen einen Freibrief aus, Männer zu jedem beliebigen Zeitpunkt an den medialen Pranger zu stellen, und sei es noch Jahrzehnte später. Wer fragt noch nach den wahren Begebenheiten, wenn der Name klangvoll, die Story süffig und der Hashtag gerade so schön im Trend ist? „Für fuffzich Fennje kann ick verlangen, dass an meine niedersten Instinkte appelliert wird!", forderten Kinobesucher schon in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Solche Konsumerwartungen bedienen manche Journalisten offenbar noch heute, wenngleich ihre Erzeugnisse ungleich teurer geworden sind.




3. Überzogene Vorwürfe sexueller Übergriffigkeit gegen den feministischen Hollywood-Schauspieler Aziz Ansari spalten die MeToo-Bewegung. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung mit Verweis auf einen Artikel, den die Feministin Bari Weiss in der New York Times veröffentlichte: Aziz Ansari Is Guilty. Of Not Being a Mind Reader. Die Washington Post titelt gar, die Vorwürfe gegen Ansari seien ein Geschenk für alle, die MeToo aus dem Gleis bringen wollen:

Es geht um ein schlecht gelaufenes Date, das nicht den Erwartungen der betroffenen Frau entsprach. Denken Sie zum Beispiel an diesen Absatz in der Geschichte: "Nachdem sie am Montagabend in seiner Wohnung in Manhattan angekommen waren, tauschten sie Small Talk aus und tranken Wein. 'Es war weiß', sagte sie. 'Ich konnte mich nicht entscheiden und ich bevorzuge Rot, aber es war Weißwein.' Dann begleitete Ansari sie zu Grand Banks, einer Austern-Bar an Bord eines historischen Holzschoners am Hudson River, nur wenige Blocks entfernt.

Die Nebenbemerkung über den Weiß-/Rotwein ist etwas, das jeder Redakteur, der wirklich die Bedeutung dieser Geschichte verstanden hat, aus dem Stück herausgenommen hätte. Es lässt das Thema albern, wenn nicht sogar bitter oder verärgert erscheinen. Ich dachte ehrlich für einen Moment, dass ich nach dieser Zeile eine Parodie lesen könnte: Es gibt keinen treffenden Punkt über Zustimmung in dieser Anekdote - wenn sie nach Weiß gefragt hätte und er sie ausgelacht und nein gesagt hätte und sie gezwungen hätte, Rot zu trinken, naja, okay, vielleicht passt das zu einem Stück wie dem, das wir gerade lesen. Das ist es nicht. Es ist einfach fehl am Platz in einem Stück, das ein immenses Gewicht haben sollte.


Insgesamt, so die Washington Post, lese sich der Artikel wie ein Versuch, Ansari für eine unbefriedigende erotische Begegnung zu bestrafen: eine Erniedrigung. 3.000 Worte Racheporno mit dem Ziel, Ansari zu verletzen und zu demütigen.

Der New Musical Express berichtet von den Worten, die die CNN-Nachrichtensprecherin Ashleigh Banfield in ihrer Sendung an die Frau richtete, die Ansari beschuldigt:

"Es tut mir leid, dass du ein unschön verlaufenes Date hattest", sagte Banfield und behauptete, dass der Vorfall, den der Ankläger beschrieb, "weder eine Vergewaltigung noch ein sexueller Übergriff war".

"Du hattest ein schlechtes Date. Der betreffende Mann wurde übermäßig amourös", argumentierte Banfield. "Nachdem du gegen sein Verhalten protestiert hast, bist du nicht aufgestanden und bist gegangen. Du hast dich weiterhin auf die sexuelle Begegnung eingelassen."

"Also, was genau ist dein Problem?" fragte die Moderatorin. "Dass du ein schlechtes Date mit Aziz Ansari hattest? Ist es das, was dich so sehr zum Opfer gemacht hat, dass du eine öffentliche Verurteilung anstrebst? Ein Urteil gegen ihn, das seine Karriere beendet? Ist das wirklich das, von dem du denkst, dass er das er für eure Nacht zusammen verdient hat?"

Banfield enthüllte, dass sie selbst Opfer eines sexuellen Fehlverhaltens geworden war, und sagte: "Wenn du gerade eine unangenehme sexuelle Erfahrung gemacht hast, hättest du nach Hause gehen sollen ... Aber das, was du getan hast, ist meiner Meinung nach entsetzlich."


Die Debatte um Ansari ist heute auch Thema bei Christian Schmidt.



4. Der bekannte Rechtsanwalt Udo Vetter berichtet von seiner ersten Erfahrung mit dem neuen Sexualstrafrecht:

Seit einem guten Jahr gibt es eine neue Vorschrift im Strafgesetzbuch, den § 184i StGB. Er heißt „Sexuelle Belästigung" und ist maßgeblich ein Resultat der Vorfälle in der Kölner Silvesternacht 2015/2016. Der Paragraf soll den Graubereich anstößigen Verhaltens schließen, der vom eigentlichen Sexualstrafrecht nicht erfasst wird und wegen dem die Behörden bislang immer zur juristischen Krücke einer „Beleidigung auf sexueller Grundlage" greifen mussten. Ich hatte jetzt erstmals mit der Norm zu tun und will erzählen, um was es ging.

Meinem Mandanten wurde vorgeworfen, er habe im Schwimmbad eine 15-Jährige sexuell belästigt. Die junge Frau sagte aus, sie sei mit ihrem Bruder im Becken gewesen, als es zu einem Kontakt mit meinem Mandanten kam. Dieser sei auf sie zugeschwommen, dann habe er ihr mit dem Daumen an die vorderen Rippen und mit den anderen Fingern an die hinteren Rippen gefasst und zugedrückt. Ich verstehe das so, dass mein Mandant die 15-Jährige gekniffen hat.


Hier geht es weiter.



5. Auf den Seiten der "Zeit" berichten ausnahmsweise mal Männer von den Schwierigkeiten, die sie bei sexuellen Erlebnissen haben: "Weil ich schnell kam, fühlte ich mich schuldig".



6. In Großbritannien ist schon wieder ein Prozess wegen Vergewaltigung geplatzt, nachdem unterschlagene Fotos die Unschuld des Angeklagten nahelegen.

Dienstag, Januar 16, 2018

"Die Welt" interviewt mich zu häuslicher Gewalt gegen Männer – News vom 16. Januar 2018

1. In der "Welt" ist am Sonntag im Print und gestern online der folgende Artikel Till-Reimer Stoldts erschienen, der berichtet, wie männliche Opfer häuslicher Gewalt ganz allmählich von der deutschen Politik entdeckt werden:

Um die Not von Männern zu verdeutlichen, setzt Arne Hoffmann gern auf bildliche Vorstellungen. Eine davon sieht so aus: Eine zornige, brüllende Frau schwingt eine Bratpfanne und rennt um den Essenstisch herum, unter dem ihr Mann ängstlich kauert. Dieses Bild löst laut Hoffmann bei vielen Betrachtern eher ein Lächeln aus. Bittet er seine Gesprächspartner dagegen, sich einen zornigen, brüllenden Mann vorzustellen, der mit einer Pfanne in der Hand um einen Tisch herumrennt, unter dem seine Frau ängstlich kauert, dann ruft dies meist Betroffenheit hervor.

"Gewalt ist für viele Zeitgenossen nicht gleich Gewalt", bilanziert Arne Hoffmann vom Männerrechtsverband "MANNdat" sein Gedanken-Experiment, das er schon mit vielen Gesprächspartnern unternommen hat. Noch immer gebe es starke Vorbehalte dagegen, Männer als Opfer häuslicher Gewalt wahrzunehmen. Im Blick auf ihre Verletzbarkeit würden Männer und Frauen nach wie vor unterschiedlich wahrgenommen, sagt der Experte.

Deswegen sei auch die öffentliche und politische Unterstützung für männliche Opfer deutschlandweit unterentwickelt. Während es bundesweit gut 350 und landesweit über 60 Frauenhäuser gibt, kann man Fluchtorte für männliche Gewaltopfer mit der Lupe suchen. Aktuell unterhalten nur zwei Bundesländer ein bis zwei Männerhäuser: Sachsen und Baden-Württemberg.

Die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW will das nun ändern. Sie plant, in NRW ein weitgehend staatlich finanziertes und damit finanziell abgesichertes Männerhaus aufzubauen. Es soll Männern, die vor häuslicher Gewalt fliehen wollen, "Akutschutzplätze" anbieten, wie Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU) der Welt sagte. Bisher gibt es in NRW nur sehr vereinzelt Beratungsangebote für solche Opfer. Noch viel weniger lässt sich von einer Hilfsstruktur für Männer in akuter Not sprechen. Die besteht bislang meist nur aus kirchlichen Notschlafstellen, die von Obdachlosen genutzt werden.

Dabei belegt die Statistik, dass Männer in hoher Zahl unter Gewalttätigkeiten ihrer Partnerinnen leiden. Laut bundesweiter Kriminalstatistik war 2015 jedes fünfte Opfer häuslicher Gewalt ein Mann, 2016 wurden 27 Prozent aller Anzeigen wegen häuslicher Gewalt von Männern gestellt. Die Zahl nicht angezeigter Gewalttaten von Frauen an ihren Partnern schätzen Forscher aber noch weit höher ein. So stellte eine Studie im Auftrag der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) schon 2010 fest, Männer und Frauen seien ungefähr gleich oft Opfer und Täter im Rahmen häuslicher Gewalt. In der Studie des Anti-Diskriminierungsforschers Peter Dröge erklärten 41 Prozent der befragten Frauen und 45 Prozent der befragten Männer, häusliche Gewalt erlitten zu haben. Und Dutzende internationale Studien bestätigen diesen Befund zumindest in der Tendenz.

Erstaunlicherweise finden diese Ergebnisse kaum den Weg ins Bewusstsein der Regierenden, klagen Männerrechtler. Ursächlich dafür seien auch psychologische Barrieren. Eine besteht in der verbreiteten Überzeugung, Frauen könnten ihrem Mann gar keine körperliche Gewalt antun, weil sie ihrem Partner in der Regel physisch unterlegen seien. Diesen Einwand hat auch Arne Hoffmann schon oft gehört. "Aber häusliche Gewalt ist meist kein fairer, nach Regeln geführter Boxkampf", hält er dagegen. Wo eine Partnerin körperlich unterlegen sei, könne sie das durch die Art ihrer Gewaltanwendung oft ausgleichen. Und tatsächlich sind Fälle dokumentiert, in denen Frauen ihren Partner eine Treppe hinunterstießen, mit kochendem Wasser oder heißem Fett übergossen oder ihn unerwartet von hinten mit einem schweren Gegenstand auf den Kopf schlugen.

Warum männliche Opfer häufig auf eine Anzeige verzichten, ist mittlerweile erforscht, sagt Hoffmann. Nach wie vor sei das Schamgefühl bei männlichen Gewaltopfern stark ausgeprägt. Viele fürchteten, "als lächerliche Figur verspottet zu werden. Andere sind besorgt, man werde sie für den Täter und ihre Frau für das Opfer halten, wenn sie sich wehren und zur Polizei gehen. Wieder andere, vor allem Männer in Trennungssituationen, haben Angst, das Sorgerecht für ihre Kinder zu verlieren, wenn sie sich auf eine körperliche Auseinandersetzung einlassen, weshalb sie lieber Gewalt erdulden."

Tatsächlich sind – etwa von dem Forscher Ludger Jungnitz – Fälle dokumentiert worden, in denen Polizisten männlichen Gewaltopfern voreilig unterstellten, in Wirklichkeit seien sie die Täter und ihre Frau das Opfer. In der österreichischen Studie "Gewalt an Männern" beklagten sich sogar 43 Prozent aller männlichen Gewaltopfer, die Polizei habe ihre Anzeige gegen die weibliche Täterin nicht ernst genommen.

Von diesen Diskriminierungen hatten Männerrechts-Gruppen auch schon der alten rot-grünen Landesregierung berichtet, auch im Parlament. Doch die Vertreter von SPD und Grünen reagierten stets kühl, beispielsweise in einer Landtagsanhörung 2015. Auch CDU und FDP hatten schon in der Opposition argumentiert, man dürfe den Kampf gegen geschlechtsbedingte Diskriminierung nicht allein auf Frauenpolitik reduzieren. Doch so oft die damaligen Emanzipationspolitikerinnen Ina Scharrenbach (CDU) und Susanne Schneider (FDP) betonten, Männer könnten ebenfalls Opfer sein – die Gleichstellungsministerin Barbara Steffens (Grüne) tat dies mal spöttisch, mal empört ab. Als ob die Opposition den Frontverlauf im Geschlechterkampf unzulässig vernebeln wollte.

Das wird sich nun ändern. Die neue Gleichstellungsministerin Scharrenbach möchte ab sofort erforschen lassen, welche Art der Hilfe diese lange vernachlässigte Opfergruppe am dringendsten benötigt. Eins steht aber schon jetzt fest: Spätestens 2022 soll das erste Männerhaus in NRW seine Pforten öffnen. Noch im Januar wird daher ein Team aus dem Ministerium das Männerhaus im sächsischen Leipzig besuchen, um sich dort Anregungen zu holen. Denn eine Sorge hält man im Ministerium für unbegründet: dass ein solches Männerhaus leer stehen könnte. Was auch daran liegt, dass es neben den männlichen Opfern gewalttätiger Frauen noch zwei weitere Männergruppen gibt, die solche Zufluchtsangebote brauchen könnten: Männer, denen ein "Ehrenmord" droht. Und junge Männer, die vor einer Zwangsverheiratung fliehen wollen. Schon vor einem Jahrzehnt kam das Freiburger Max-Planck-Institut zu dem Ergebnis, 43 Prozent aller "Ehrenmord"-Opfer seien Männer.


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So wie hier müsste es in einer geistig gesunden, vernünftigen Welt eigentlich immer wieder laufen: Politiker tun auch mal etwas für das männliche Geschlecht, und Journalisten bitten einen Experten und Aktivisten in diesem Bereich, die Hintergründe zu erläutern. Wenn es um Frauenpolitik und Feministinnen geht, ist so etwas auch gang und gäbe. Geht es um Maskulisten – gut, ihr wisst ja selbst, wie Leitmedien sonst häufig mit uns umgehen. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass sich das ändert.

Wenn jemand übrigens Belege für die in dem Artikel aufgeführten Studien und anderweitigen Forschungserkenntnisse benötigt, maile ich ihm die Links gerne zu.



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3. Ein Imagefilm österreichischer Universitäten behandelt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Männerthema.



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5. Sogar in Israel werden inzwischen immer weniger Jungen beschnitten.



6. Auch die frühere US-amerikanische Außenministerin Condoleeza Rice hat sich jetzt zu MeToo geäußert: "Lasst uns Frauen nicht in Schneeflocken verwandeln oder zu unmündigen Kindern erklären." Rice erklärte, sie wolle keine Gesellschaft, in der Männer beginnen zu denken "Vielleicht ist es besser, keine Frauen dabei zu haben." Solche Bemerkungen habe sie schon gelegentlich gehört, und das beunruhige sie.

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