Samstag, Oktober 21, 2017

Betroffene berichten: "Sexuelle Belästigung von Männern wird verharmlost" – News vom 21. Oktober 2017

1. Die Schweizer Zeitung "20 Minuten" lässt jetzt in einem eigenen Artikel männliche Opfer sexueller Übergriffe zu Wort kommen. Es handelt sich um einige ausgewählte Wortmeldungen von 120 – der Himmel weiß, wie viele es gewesen wäre, wenn die Zeitung ihre Kommentarspalte gestern nicht so schnell geschlossen hätte. Trotzdem großes Kompliment: Unsere deutschen Medien bekommen dasselbe nicht auf die Reihe. Ob in Radiosendungen wie HR 2 – Der Tag oder dem aktuellen SPIEGEL: Die Trennung der Geschlechter in Täter Mann und Opfer Frau wird den Leuten derzeit wieder mit aller Gewalt in den Schädel gehämmert. Von Journalisten, die sich für besonders aufgeklärt und ethisch verantwortungsvoll halten natürlich.



2. Aber auch hierzulande gibt es jemanden, der aus dieser Einförmigkeit ausschert. Diese Publizistin heißt Mithu Sanyal, sie unterrichtet Gender und schreibt unter anderem für die "taz", das "Missy Magazin" und das feministische Gunda-Werner-Institut in der feministischen Heinrich-Böll-Stiftung. Mit Yasmina Banaszczuk und Nicole von Horst hat sie ein Buch zum Thema Sexismus herausgegeben.

Passt bis jetzt voll ins antifeministische Feindbild, oder? :-) So wie ich ja auch ins feministische Feindbild passe.

Mithu Sanyals neuestes Buch zum Thema Vergewaltigung ist allerdings nichts weniger als brillant und geht deutlich in Richtung des von vielen Männerrechtlern geschätzten Equity-Feminismus, wie wir ihn bislang nur aus den USA kennen. (Prompt brachte es einige radikale Feministinnen zum Austicken, und Mithu Sanyal erntete heftige Anfeindungen.) In die Richtung des männerfreundlichen Equity-Feminismus geht auch Mithu Sanyals aktueller Artikel für die "taz", der den medialen Gleichschritt mit dem Hinweis darauf durchbricht, dass Mitgefühl keine begrenzte Ressource ist. Ich zitiere mal etwas ausführlicher in der Hoffnung, dass Mithu Sanyal keine Einwände hat:

Was ist mit den Männern, die genauso Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht haben? Warum schreiben nur ganz, ganz wenige von ihnen hier? Weil #MeToo eindeutig an Frauen gerichtet ist. Wenn Männer aufgefordert werden, sich zu beteiligen, dann, indem sie darüber nachdenken sollen, warum sie "so etwas" machen.

(...) Nach nahezu jeder Lesung kommen Menschen und erzählen mir ihre Geschichten oder schreiben sie mir. Und überraschend viele dieser Mails kommen nicht von Frauen. Ein Leser mailte, dass er Opfer von sexualisierter Gewalt ist und eine der Sachen, die für ihn Heilung besonders schwer machen, ist, dass er in allen Texten und kulturellen Botschaften über Vergewaltigung immer als (potenzieller) Täter angesprochen wird, weil er ja ein Mann ist.

(...) Vor einer Weile saß ich im Zug nach Hause und die beiden angeschickerten jungen Männer mir gegenüber hatten ein dringendes Gesprächsbedürfnis: "Was hast du hier in Frankfurt gemacht?" Eine Lesung. "Eine Lesung?" Ja, eine Lesung. Bis ich ihnen schließlich den Titel meines Buchs verriet und der Angetrunkenere der beiden rief: "Du denkst bestimmt, dass nur Frauen vergewaltigt werden können! Aber ich bin ein halbes Jahr lang regelmäßig von meiner Exfreundin vergewaltigt worden." Worauf der andere kommentierte: "Na, wenn du das nicht gewollt hättest, hättest du sie ja verlassen können." Es war eine Sternstunde, den beiden sagen zu können, dass natürlich auch Männer vergewaltigt werden und wir inzwischen wissen, wie schwierig es ist, sich aus Missbrauchsbeziehungen zu lösen.


In den folgenden Absätzen nennt Mithu Sanyal genau jene Zahlen und Statistiken, die sich etwa auch in meinem eigenen Buch "Plädoyer für eine linke Männerpolitik" und hier auf Genderama finden und die belegen, dass Männer in einem ähnlichen Ausmaß Opfer sexueller Gewalt werden wie Frauen:

1.270 Millionen Frauen und 1.267 Millionen Männer gaben an, in ihrem Leben Opfer von sexualisierter Gewalt geworden zu sein.


In diesem Zusammenhang zitiert Mithu Sanyal ein Statement der feministischen Forscherin Lara Stemple, der zufolge "der Feminismus so lange und so hart gegen Vergewaltigungsmythen gekämpft hat (...), doch dass ein vergleichbarer Kampf gegen Vergewaltigungsmythen in Bezug auf Männer noch aussteht."

Ich will nicht zuviel vorab verraten (Mithu und ich kennen uns ein wenig), sondern nur: Man wird von dieser Journalistin noch einiges hören.



3. "Wir brauchen einen Feminismus für Männer" fordert Max Tholl im Berliner "Tagesspiegel". Damit endlich auch mal über die männlichen Opfer sexueller Übergriffe gesprochen wird? Ach was: Weil das "männliche Selbstbild in der Krise" ist, auch wenn es "dem weißen, heterosexuellen Mann ganz recht" geschieht", der "sich weiterhin verzweifelt an seinen Status" krallt und so weiter und so fort. In Max Tholls krudem Weltbild kommen alle Kerle als harte Cowboys und Stahlarbeiter daher, "Empathie und Sensibilität" lehnt "der Mann" selbstverständlich ab. Der "Ostmann" sei sowieso "unerreichbar".

Tholl ist bis jetzt nicht durch sachkundige männerpolitische Veröffentlichungen aufgefallen, aber bei diesem Thema gilt in unseren Leitmedien jeder als Experte, der das das übliche Mänerbashing wiederkäut, wie wir es seit 200 Jahren kennen. Das reicht in unseren Leitmedien, um gedruckt zu werden, während Menschen, die echte Fachleute und Aktivisten sind, ein Tritt in die Weichteile gebührt:

Es braucht auch die Stärkung und Ermutigung von innen, von den Männern. Die gegenwärtigen Männerrechtsbewegungen können das nicht leisten, denn sie bekämpfen eher die Rechte der Frau, als dass sie die Rechte der Männer fördern.


Woher diese Behauptung kommt, ist unergründlich, denn Tholl haut sie völlig belegfrei in seinen Artikel. Wer für den "Tagesspiegel" schreibt, benötigt offenbar kein Fachwissen; das zuverlässige Abspulen beliebter Klischees genügt.

Tholls Artikel kann auf Twitter kommentiert werden.



4.
Harvey Weinstein hat eine, zumindest mediale, Lawine ausgelöst. Man bekam den Eindruck, dass sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt bisher das größte Tabu in Europa und den USA gewesen wäre. Empörungsbewirtschaftung, Rufe nach dem Pranger, Negierung der Unschuldsvermutung und Dämonisierung sind die negativen Auswirkungen solcher Debatten. Auch Julian Dörr, ein Journalist von der Süddeutschen Zeitung, der sich vermutlich als Feminist bezeichnen würde, hat sich aktiv daran beteiligt. Nachfolgend eine Auseinandersetzung mit seinem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung.


Hier geht es weiter mit dem Beitrag von Mark Smith.



5. Vor einigen Tagen berichtete Genderama über Ilan Stephani, die sich über ihre Tätigkeit als Hure von einem Alice-Schwarzer-Fan zu einer Frau entwickelte, die begann, Empathie auch für Männer zu empfinden. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung verrät sie mehr:

Was wollten die Freier von Ihnen?

Sonderwünsche gab es selten. Ein Mann ging zum Beispiel in den Himmel dafür, dass ich mit den Füßen über seinen Bauch ging. Ansonsten habe ich viel geredet. Männer kommen mit einer immensen seelischen Bedürftigkeit in den Puff. Ich habe mich mehr um die Psyche gekümmert als um den Penis. Mit etwa 30 Prozent der Freier hatte ich gar keinen Sex.

Die Männer sind also eigentlich nicht so stark wie sie tun?

Patriarchat hört sich immer so an, als ob die Männer die Gewinner wären, aber ich habe im Puff keinen einzigen Mann erlebt, der sich wie ein Gewinner gefühlt hat. Sie fühlten sich abgehängt, verschämt, irgendwie unter Druck, wussten irgendwie auch nicht und hatten darauf gehofft, dass Paula ihnen beim Sex irgendwas wegmacht, damit sie sich auf ihre Arbeit, ihre Kinder und ihre Frau konzentrieren können.

(...) Was haben Sie im Puff sonst noch über Sex gelernt?

Die sexuelle Not des Mann ist ein echtes Problem unserer Gesellschaft.

Was meinen Sie damit?

Auf jeden Fall nicht den Boah-ich-muss-jetzt-Druck. Über weibliches sexuelles Elend auf dieser Welt - Vergewaltigungen, ewiges Lächeln und Mitspielen - darüber reden wir. Über die taubstumme männliche Sexualität sprechen wir nicht. Selbst Männer wissen nicht, was sie verpassen. Ich habe im Puff oft erlebt, dass die Befriedigung der Frau für die Männer über dem eigenen sexuellen Erleben stand.


Bemerkenswert sind die in den Artikel eingeschobenen Verlinkungen anderer Artikel der "Süddeutschen Zeitung" zum selben Thema. Die Überschriften lauten: "Alle Freier sind Täter" und "Männer können und wollen nicht treu sein".

Warum hassen Deutschlands Leitmedien die Männer?



6. Der linke Männerrechtler "Leszek" hat feministische Diskursstrategien analysiert und sagt voraus, wie sie sich ändern werden, sobald die Aufklärung der Männerechtsbewegung über die Benachteiligungen von Jungen und Männern nicht mehr zu ignorieren ist:

Die feministischen Diskurstrategien laufen m.E. also von

"Männer sind privilegiert und Männerrechtlern geht es nur darum ›männliche Privilegien‹ zu erhalten."

über

"Es gibt auch ein paar männliche Benachteiligungen, diese sind zwar viel, viel geringer zu gewichten, als Diskriminierungen, von denen Frauen betroffen sind, außerdem handelt es sich bei männlichen Benachteiligungen gar nicht um echte Diskriminierungen und schon gar nicht um Sexismus gegen Männer, sondern nur um ›Kollateralschäden des Patriarchats‹, die Resultat traditioneller Geschlechterrollen sind und Männerrechtler sind einfach zu blöd um zu kapieren, dass sie doch nur den vorherrschenden Feminismus unterstützen müssten, dann würden die von ihnen beklagten männlichen Benachteiligungen im Zuge des feministischen Sieges automatisch mitbeseitigt."

zu

"Auch Männer werden diskriminiert, auch Männer sind Opfer von Sexismus und zwar in signifikanter Weise und wir Feministinnen haben dies ja schon immer gesagt."

Letzteres wird aber erst dann erfolgen, wenn die Vertreter des Mainstream-Feminismus keine andere Möglichkeit mehr haben als zuzugeben, dass Diskriminierungen von denen Jungen und Männer betroffen sind, zahlreich und in signifikanter Weise existieren, wenn es Männerrechtlern also erfolgreich gelungen ist feministische Lügen öffentlichkeitswirksam aufzudecken und die Realität männlicher Diskriminierungen öffentlichkeitswirksam bekannt zu machen und wenn jedes feministische Beharren darauf, dass Männer eine privilegierte Klasse seien, in der Öffentlichkeit als rückschrittlich, reaktionär, egoistisch und dumm empfunden wird. Ab diesem Zeitpunkt werden Vertreter des Mainstream-Feminismus dann viele männerrechtliche und integral-antisexistische Positionen ausdrücklich akzeptieren – weil sie keine andere Wahl mehr haben, wenn sie nicht als Lügner, Dummköpfe und männerfeindliche Reaktionäre dastehen wollen.

Zur Zeit befinden wir uns offensichtlich noch in der Phase der beiden erstgenannten feministischen Diskursstrategien. Und da Informationen bezüglich Diskriminierungen, sozialer Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen von denen Jungen und Männer betroffen sind, zunehmend, wenn auch in kleinen Schritten, die Öffentlichkeit erreichen, werden zukünftig wohl auch häufiger Diskursstrategien der zweitgenannten Variante von feministischer Seite Anwendung finden, in denen Männerrechtlern vorgeworfen wird, sie würden die Nachteile traditioneller Geschlechterrollen für Männer nicht kritisch analysieren und sie würden nicht erkennen, dass der vorherrschende Feminismus vorhandene männliche Benachteiligungen – die als »Kollateralschäden des Patriarchats« zu verstehen seien – doch gleich miterledigen würde und Männerrechtler sollten daher zum Feminismus überlaufen.

In Wahrheit haben linke und liberale Männerrechtler natürlich schon immer die Nachteile der traditionellen Geschlechterrolle für Männer als Mitursache männlicher Diskriminierungen berücksichtigt und jeder, der sich ein bißchen mit wichtigen Werken zu den wissenschaftlichen und theoretischen Grundlagen des Maskulismus beschäftigt hat, weiß dies.




7. Die neueste Hexenjagd findet gegen feministische Männer statt berichtet die Equity-Feministin Cathy Young:

The schadenfreude is understandable. Both Kriss and Myers had positioned themselves as feminist allies; less than two years ago, Myers had self-righteously assailed men’s rights activists ("cave-dwelling idiots") for denying the existence of "rape culture" and talking about false rape allegations. When these men are brought down by allegations of sexual assault, the reaction from anti-PC quarters is much like the gloating from liberals and progressives when a preacher or politician who thunders against enemies of traditional family values gets caught in an extramarital  —  or, better yet, gay  —  tryst. In each case, the alleged misdeeds are also seen as proof that the loudest "virtue-signalers" are actually the worst offenders.

But no matter how sweet someone else’s karma may taste, the problem of sexual witch-hunts remains. "Accusation equals guilt" is still a problem. Defining sexual assault/sexual harassment so broadly as to include vast swathes of boorish behavior, miscommunication, and murky happenings in the real world of private relationships is still a problem (one that has very little to do with sexual predators like Weinstein). And certainly, career destruction by innuendo is still a problem.


Das stimmt und ist der Grund, warum ich hier nicht hämisch über die aktuellen Vorwürfe berichtet und die Beschuldigten bei jenen männlichen Feministen eingereiht habe, deren Täterschaft im Zusammenhang mit sexueller Gewalt mir gut nachgewiesen erscheint. Auch hier sollte man sich vor Vorverurteilungen hüten. Dass regelmäßig Männer, die auf Maskulisten einprügeln, mit Vorwürfen sexueller Gewalt konfrontiert werden, ist zwar erwähnenswert. Wir haben hinsichtlich der aktuellen Fälle allerdings noch zu wenig Informationen für ein klares Bild.

So lautet dann auch das Fazit von Cathy Youngs Artikel:

There will probably be more left-wing male casualties of the current moral panic. It’s entirely possible that some of them will be genuine sex offenders or at least sexual harassers. It’s also entirely possible that some of them will be innocent, or guilty only under a ludicrously broad and paternalistic definition of sexual assault. Conservatives and "anti-SJWs" who are tempted to cheer should resist the temptation. In this witch-hunt, we all lose.




8. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Apropos #MeToo - Mich (männlich, hetero) hat als 13-jähriger einmal ein Schwuler verführt, und als 14-jähriger eine Frau, die etwas über 30 war.

Das hat mich *nicht* traumatisiert.

Was ich in der Debatte vermisse: Darf man auch mal *kein* Opfer sein? Oder wenigstens untraumatisiert?

Irgendwie bewegt sich die Debatte insgesamt in Richtung Burka und Geschlechtertrennung, und das ist eine üble Entwicklung. Finde ich.

Freitag, Oktober 20, 2017

#MenToo: Männer outen sich als Opfer sexueller Belästigung – News vom 20. Oktober 2017

1. Während unter #MeToo hauptsächlich Frauen ihre Erlebnisse teilen, äussern sich sexuell belästigte Männer inzwischen unter #MenToo. Die Schweizer Zeitung 20 Minuten berichtet, schloss den Kommentarbereich unter dem Artikel, wo Männer begannen, ihre Erfahrungen zu schildern, wegen des großen Ansturms jedoch zügig.

In Österreich berichtet Heute über den neuen Hashtag – nicht ohne zu erwähnen, dass sich "etliche Frauen" kritisch dazu äußern, dass jetzt auch Männer über ihre Opfererfahrung sprechen.

Ein deutsches Medium, das über #MenToo berichtet, konnte ich nicht finden. Hier herrscht ungebrochen der gewohnte Sexismus, bei dem das "Opfer-Abo" Frauen vorbehalten bleibt.



2. Für Männer indes bleibt die Täterrolle reserviert. Der Feministin Yasmina Banasczuk geht das natürlich nicht weit genug: Sie ruft Männer auf Twitter zur Selbstbezichtigung unter dem Hashtag #ichwars auf. Darauf erhält sie zwar viel Resonanz, aber diese scheint zu einem großen Teil sarkastisch zu sein. (Hier der Hashtag im Original.)



3. Im liberalen Online-Magazin Spiked! äußert sich Ella Whelan zu der aktuellen moralischen Panik. In ihrem Artikel heißt es:

It’s time we clarified what sexual harassment really means. It’s not just the occasional offhand comment or unpleasant exchange. By labelling everything from shouts on the street to glances at the bar as sexual harassment, we denigrate the term. The panic about harassment and women’s safety is spinning out of control. Listening to some feminists, you’d be forgiven for thinking women are in danger every time they step into the street. And that we need more regulation and more law to protect women and control men. Cat-calling is now a hate crime in Nottinghamshire. Calling on the state to protect women from men smacks of a Victorian, patronising illiberalism.

It’s time for some uncomfortable truths about the harassment panic. Feminists who peddle the idea that women are wallflowers – always at risk, requiring protection, and too damaged to talk seriously about the reality of our experience and therefore we need a caring Twitter leg-up – are doing a gross disservice to women. Of course, actual cases of sexual misconduct, which are rare, should be investigated and tackled. But feeding a moral panic that encourages women to feel more vulnerable, and which demonises men, is just destructive and wrong.




4. Auch ihre Kollegin Karol Markowicz ist mit dem Verlauf der Debatte unzufrieden:

In short, as people in the Twitterverse routinely put it, "men are trash." The phrase "not all men" has become an Internet meme that feminists use to mock men who defend themselves against these kinds of mass accusations. Plainly, "not all men" are rapists or sexual harassers or predators like Weinstein--but when men try to say so they get shut down with an "oh yeah, not all men" eyeroll.

After Weinstein, though, the line the left is pushing is "yes, all men." Shaun Lau, host of the "No, Totally!" podcast tweeted that and added "To masculine domination, non-consensuality is a feature, not a bug. Power requires neither permission nor forgiveness." Writer Paraic O'Donnell tweeted "Yes, all men. In some degree, in some capacity, at some remove. Yes. Now, shut the f*** up, and try to make the world just, safe and kind."

These are both men who believe that "all" men behave this way, presumably including themselves. (...) This eagerness to spread blame beyond the perpetrator, to all men, to all of society, lets these awful men off the hook. (...) That’s the real problem with casting this wide net to include all men in this atrocious behavior. It ends up giving a pass to the predators. (...) Maligning half the population as exploiters of women mixes in the bad guys with the good ones--and it’s the Weinsteins of the world who benefit.




Themawechsel.



5. Die "Interessensgemeinschaft Jungen, Männer, Väter", in der ich auch Mitglied bin, schreibt einen Offenen Brief an die Koalitionsparteien anlässlich der aktuellen Sondierungsgespräche zur aktuellen Bundesregierung. Natürlich wird auch der Inhalt dieses Briefes von mir unterstützt.



6. In der Online-Männerszene macht bereits ein aktuelles Gerichtsurteil von sich reden, das Geschlechterquoten für verfassungswidrig erklärt. Wie konnte es in unserer feministischen Gesellschaft zu einem solchen Urteil kommen? Ganz einfach: Diesmal wurde die Quote von einem Jungen eingefordert.

Das OVG Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass eine Geschlechterquote kein zulässiges Kriterium für die Aufnahme in ein grundständiges bilinguales Gymnasium sein kann.

Der Antragsteller, ein Junge, begehrte die Aufnahme in ein solches Gymnasium. Da es mehr Bewerber als freie Plätze gab, musste ein Auswahlverfahren auf der Grundlage der bisherigen schulischen Leistungen durchgeführt werden. Danach wurden – wegen besserer Noten – überwiegend Mädchen ausgewählt.

Das VG Berlin hatte dem vorläufigen Rechtsschutzantrag des Jungen teilweise stattgegeben. Das bilinguale Gymnasium müsse nach der hier einschlägigen Rechtsverordnung über die Aufnahme in Schulen besonderer pädagogischer Prägung bei einem deutlichen Missverhältnis zwischen Mädchen und Jungen zur Gewährleistung des koedukativen Unterrichts dem schwächer vertretenen Geschlecht – d.h. hier den Jungen – mindestens ein Drittel der Plätze zur Verfügung stellen. Dies sei nicht geschehen.

Das OVG Berlin-Brandenburg hat sich dieser Auffassung im Beschwerdeverfahren nicht angeschlossen.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts ist die in der Verordnung vorgesehene Geschlechterquote verfassungswidrig. Sie verstoße gegen den in Art. 10 Abs. 1 und 2 der Verfassung von Berlin garantierten Gleichheitsgrundsatz und das Verbot, Menschen wegen ihres Geschlechts zu bevorzugen. Dies müsse der Verordnungsgeber beachten, wenn er den Zugang zu öffentlichen Schulen regle. Unabhängig davon fehle eine Rechtsgrundlage im Schulgesetz, aufgrund derer die Senatsschulverwaltung ermächtigt werde, eine Geschlechterquote für grundständige bilinguale Gymnasien in einer Rechtsverordnung zu regeln.


Dieselbe juristische Logik müsste natürlich für beide Geschlechter gelten. Insofern spekulieren manche, dass dieses Urteil die Tür dazu öffnet, Geschlechterdiskriminierung durch Quoten generell zu unterbinden.



7. An der US-amerikanischen Universität Wisconsin, möchte eine Professorin Kurse stärker so ausrichten, dass Frauen lernen, wie unterdrückt sie in unserer Gesellschaft sind. Ohne eine derartige Unterrichtung teilen nämlich immer weniger Frauen diese Sicht:

Cristina Mogro-Wilson, who teaches social work at UConn, surveyed 118 students pursuing a Masters in Social Work (MSW) degree and found that the overwhelming majority of respondents — 94 percent of whom were women — do not believe that "discrimination and subordination” are “salient issues in women’s lives."

(...) The findings are problematic, Mogro-Wilson contends, because without a sense of their own oppression, students may be disinclined to "embrace the notion of change through unification," such as in the form of protesting.




8. Die sogenannten TED Talks sind eine beliebte Online-Plattform, auf der Meinungsführer und Vordenker unserer Gesellschaft Vorträge zu den unterschiedlichsten Themen halten können. Wer dort sprechen darf und wer nicht sowie welche Statements dort abgegeben werden ist ein immer wieder heiß diskutiertes Politikum. Jetzt hatte auch die Filmemacherin Cassie Jaye Gelegenheit zu einem dieser hoch angesehenen Vorträge: Meeting the Enemy. A feminist comes to terms with the Men's Rights movement.

(Denselbe oder zumindest einen sehr ähnlichen Vortrag hatte Jaye früher schon gehalten, aber bei TED erhält sie eine viel stärkere Aufmerksamkeit. Und der Vortrag ist nun mal verdammt stark.)



Blicken wir kurz auf die Meldungen von heute zurück: Männer sprechen über ihre Erfahrungen als Betroffene sexueller Belästigung. Junge Frauen müssen an Universitäten eigens indoktriniert werden, um sich noch benachteiligt zu fühlen. (Und es ist sehr unsicher, ob diese Indoktrination funktionieren wird.) Eine ehemalige Feministin spricht sich bei TED dafür aus, alle Stimmen in der Geschlechtebatte zu hören und Männerrechtler nicht länger durch Dämonisierung zum Schweigen zu bringen.

Zugegeben: Die Machthaber in Politik, Medien und dem akademischen Bereich tun noch immer ihr Menschenmöglichstes, um das alte sexistische Denken vom Täter Mann und Opfer Frau aufrecht zu erhalten. Dem unbenommen hat der kulturelle Wandel zu einer tatsächlich geschlechtergerechten Gesellschaft längst begonnen.

Werden diejenigen, die heute als Männerrechtler aktiv sind, noch selbst von diesem Wandel profitieren, oder werden es erst spätere Generationen sein, während wir bis zu unserem Tod durch den Dreck gezogen werden? Ich weiß es nicht. Aber diesen kulturellen Wandel voranzubringen ist ohne Frage notwendig. Die gesamte menschliche Zivilisation beruht darauf, dass Menschen Bäume geflanzt haben, in deren Schatten sie selbst niemals sitzen konnten. Vielleicht tun wir gerade dasselbe.

Donnerstag, Oktober 19, 2017

Frauen strippen für Männerrechte – News vom 19. Oktober 2017

1. Die britische "Daily Mail" berichtet über politische Aktivistinnen, die sich in einem Erotikkalender präsentieren, um Aufmerksamkeit für die ansonsten verschwiegenen Anliegen und Benachteiligungen von Männern zu wecken:

The Lovely Ladies For Men's Issues activist group, led by 22-year-old Vanessa Lussier, want bring awareness to men's issues - by stripping off for a sexy calendar.

Vanessa said: "It's kind of unheard of that women support men's issues. While historically men have had more authority in the society, no society is perfect. And now that women have basically all their rights, and you see how men are, for example, way more likely to be sentenced for a crime and much more harshly, you have to think men have issues too. So why can't we talk about that?"

Vanessa along with fellow activists Reading Wren and Becky Quinton plan to get the conversation started while posing in skimpy outfits for the "Lovely Ladies for Men's Issues 2018" calendar.

But if you're worried about people only focusing on the women's scanty attire, the calendar will also feature facts about specific men's rights issues for the month.

(...) The women are on a mission to raise awareness of issues such as male circumcision, which they say is akin to female genital mutilation, and paternal rights.

Vanessa, who is fully aware that her efforts are likely to stoke the ire of the modern women's movement, said she is a "non-feminist" rather than is an "anti-feminist" because she "doesn't want to silence anybody". She explained: "To me, feminism is a good idea that got taken advantage of by bad people. I believe the biggest disruptors to men's rights are anybody who pushes myths and stereotypes of men, such as 'toxic masculinity'."

The activist and YouTuber has been championing men's rights since high school, where she said she witnessed friends become entrenched feminists, eventually becoming hostile towards men.

This prompted her to investigate feminism more deeply, leading her to read about men's rights issues and beginning her affiliation with the movement that would leave people scratching their head.

Vanessa continued: "When I realized that feminists were actually pushing views that harmed men, it made me get involved to kind of even the playing field."


Hier findet man den vollständigen Artikel.



2. Die Website der Liberalen Männer steht. Unser Pressesprecher, Torsten Sommer, war gestern in der ZDF-Nachrichtensendung "heute" zu sehen: "Scheidungsväter fühlen sich vernachlässigt".



3. Mit der Schlagzeile "Die Frau kocht, der Mann futtert" lässt die "Tagesschau"-Redaktion mal wieder ihrem Sexismus freien Lauf. Die Reaktionen in der Kommentarspalte unter dem Beitrag zerpflücken ihn so gründlich, dass die Kommentarfunktion schon nach anderthalb Stunden geschlossen werden musste.

Dabei liefert die "Tagesschau", indem sie auf männerfeindliche Polemik statt sachlich-seriöse Berichterstattung setzt, nur Argumente für diejenigen, die ohnehin für eine massive Eindampfung der ARD plädieren. Peter Mühlbauer berichtet über den Stand der Debatte:

Politiker von SPD und Grünen widersprachen Robras Reformvorschlägen umgehend: Björn Böhning, der Leiter der für Medien zuständigen Berliner Senatskanzlei, erklärte, sein rot-rot-grün-regiertes Bundesland werde sich den Plänen entgegenstellen, und Cornelia Lüddemann, die Fraktionschefin der Grünen in Sachsen-Anhalt, fürchtete öffentlich um die Sendungen "Tatort", "Lindenstraße" und "Tagesschau". Deren Chefredakteur Kai Gniffke lobte seine Sendung auf Robras Kritik hin als eine, die "unvoreingenommen berichtet und den Leuten keine Meinung unterjubelt", "für nüchterne und unabhängige Nachrichten steh[t]", "den Diskurs über sämtliche Parteigrenzen hinweg [fördert] und "alle Positionen (auch die neu im Parlament vertretenen) [statt]finden" lässt.

Mit dieser Offenbarung seiner Selbstwahrnehmung zog Gniffke (den man seit seiner Erklärung zu Sprachregelungen in Foren und Sozialen Medien gern als "Machthaber" bezeichnet) auf Twitter viel Aufmerksamkeit und viel Spott auf sich. Robras Sparvorschlag kam hier eher gut an.


Etwas anderes als Spott über die Behauptung, dass die "Frau-kocht-Mann-futtert-Tagesschau" unvoreingenommen berichte und alle Positionen stattfinden lasse (wir erinnern uns an die zahlreichen "Tagesschau"-Meldungen über die Männerrechtsbewegung und ihre Anliegen), ist außerhalb der rot-rot-grünen Parteien auch kaum vorstellbar.



4. Die Schauspielerin Jennifer Lawrence berichtet, wie sie im Vorfeld eines Films sexuell erniedrigt worden sei – durch eine Produzentin. Mit einer Twitter-Kampagne, die Frauen pauschal anklagt, gefolgt von einer Selbstgeißelungs-Kampagne, in der Frauen versprechen, sich zu ändern, ist diesmal allerdings nicht zu rechnen.



5. Die Bloggerin "Anne Nühm" distanziert sich von Feministinnen, die überall Sexismus und Belästigung wittern.



6. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute zu einem Artikel über die Situation in Simbabwe:

Hallo Arne,

dieser Bericht zeigt exemplarisch wie Verbrechen weltweit geahndet werden:

"Dutzende zum Tode Verurteilte werden noch in den Gefängnissen des Landes festgehalten. Die seit 2013 gültige Verfassung des Landes sieht die Todesstrafe durch Erhängen für Männer im Alter von 18 bis 69 Jahren vor, die wegen schwerster Verbrechen verurteilt wurden. Frauen werden nicht hingerichtet."

Ich bin gegen die Todesstrafe, keine Frage. Aber das Verbot der Todesstrafe sollte für Frauen und Männer gelten.

Mittwoch, Oktober 18, 2017

Sexismus-Panik: Wie hilft man Frauen, die eine irre Angst vor Männern haben? – News vom 18. Oktober 2017

1. Die von der SPD-Politkerin Sawsan Chebli erhobenen Sexismus-Vorwürfe werden weiterhin diskutiert. So heißt es im Tagesspiegel:

Wenn ich es richtig verstehe, dann gründet sich der Sexismus-Vorwurf auf dem Vorwurf, hier werde eine tüchtige junge Frau im Bewusstsein geschlechtlicher Überlegenheit herabgewürdigt. Das ist offensichtlich Unsinn. Denn er hat ihre Kompetenz ja nicht in Zweifel gezogen, sondern einfach nur irrtümlich jemand anderen erwartet. Diese Art Delikt war früher als 'falsches Bewusstsein' bekannt. Derjenige, dem es zugeschrieben wird, kann sich nicht wehren, in seinem Kopf wütet nun mal Verbotenes, das ist Pech. Und ist es nicht gar Rassismus, wenn ein alter weißer Mann als Staatssekretärin keine gebürtige Araberin erwartet? Immer den größten Hammer schwingen, das ist das Prinzip.


Und bei den "Kolumnisten" argumentiert Jörg Friedrich:

Wenn ältere Männer heute jungen Frauen in aller Öffentlichkeit Komplimente machen, um über schwierige Momente der Kommunikation hinweg zu kommen, sollten wir sie nicht als Sexisten beschimpfen oder als Dinosaurier einer fremden fernen Zeit verurteilen, sondern als Botschafter einer vielleicht kommenden schöneren Welt ansehen, in der auch Frauen den Männern, denen sie begegnen, sagen, dass sie gut aussehen und attraktiv gekleidet sind, bevor man gemeinsam zur Tagesordnung übergeht.




2. Der britische Spectator zerpflückt die aktuelle feministische Twitter-Aktion "Me too", die einmal mehr versucht, einen einzelnen sexuell offenbar übergriffigen Mann (Harvey Weinstein) zur allgegenwärtigen Bedrohung von Frauen hochzuhypen:

Following a weekend crammed with ever more salacious revelations about Harvey Weinstein, hundreds of thousands of women have now taken to social media to share their own experiences of sexual harassment. This is called the ‘#MeToo’ movement, and it’s gone viral, in the way that these things do.

According to Twitter, this reveals ‘the magnitude of sexual assault’. In reality, it does nothing of the sort. #MeToo tells us far more about the desire of some women to reach for victimhood status.

(...) Worse, serious crimes are trivialised as the #MeToo tweeters who recount some relatively minor (albeit discomforting) experience are equally blessed with retweets, likes and public endorsements praising their bravery. Blurring the boundaries between rape and ever-broader definitions of sexual harassment doesn’t just trivialise serious offences, it further inflames a climate of hysteria in which the sexual harassment of women comes to be presented as a routine part of life. Life for women is presented as a battleground where we are all only one bad joke, one wolf whistle or one stare away from being assaulted.

It also creates an impression that being a woman in the 21st century is a living hell. Not only is this false, it is destructive. In 2015, Girl Guiding UK found that seventy-five per cent of girls and young women said anxiety about potentially experiencing sexual harassment affects their lives in some way. A 2016 survey suggested that 41 per cent of young women expect to face discrimination at work. These young women had not faced harassment or discrimination: their anxiety was around what might, potentially, happen to them in the future. It may be the fear of sexual harassment, more than the reality, that is holding women back today.

Twitter is by default a narcissistic platform: users must assume the world wants public updates on their thoughts and feelings. But yesterday’s #MeToo Twitter-trend only shows us the sorry state of feminism today.




3. In Frankfreich soll es jetzt mit einem sofortigen Bußgeld belegt werden, wenn ein Mann einer Frau hinterher pfeift oder sie auf andere Weise sexuell belästigt. Zumindest das mit dem Bußgeld steht fest – für welches "Delikt" genau es anfallen soll, wird noch heiß diskutiert.



4. Das "Aero Magazin" nutzt die aktuelle moralische Panik, um zu diskutieren, woher eigentlich diese vorurteilbehaftete, diskriminierende psychische Störung stammt, die die Verfasserin dieses Artikels als "Androphobie" bezeichnet:

From other sources, we learnt how rape culture made Harvey Weinstein, that Harvey Weinstein shows that rape culture is still prevalent in 2017 and what Rape Culture says about Masculinity. The problem with this is that Harvey Weinstein is neither a culture nor masculinity. He is one man who, it seems clear, was willing to use his position of power to exploit and abuse women. We can condemn the character of Weinstein. We can demand answers and the overhaul of an industry that allowed him to conceal his abuses from the public. But it must be remembered that Weinstein’s power did not reside in the American public believing that sexual abuse was acceptable. Weinstein’s position of power did not enable him to convince American society that sexual abuse was good. It enabled him to conceal his from it. Once he could do that no longer, the immediate outpouring of outrage, anger, and distress that followed cast great doubt on the claim that America is a rape culture. If we understand a rape culture to be one in which rape is glorified, condoned or excused, there is little evidence of such a culture in the responses to the revelation about Harvey Weinstein.

(...) It is unjust to the vast majority of men who commit no sexual offences and are appalled by their existence. It’s also harmful to women who are being encouraged to fear men as a sex and to regard the world as dangerous and hostile to them. It is most alarming that driving this fear is a form of feminism which ratchets up fear of men to the level of life-restricting phobia.

(...) "Androphobia" is not a word in popular usage but I think it should be. It’s a far better word than “misandry” to describe the expression of fear of and aversion to men that permeates much of feminist discourse right now. Misandry is the hatred of men. Feminists who exhibit hostility towards men tell us that they do not hate men. They simply fear them and argue that hostility is a perfectly natural consequence of this which should be accepted. I think we should take them seriously and treat the problem as "androphobia" — an irrational fear which sufferers should be supported sympathetically to overcome.

The NHS tells us that "a fear becomes a phobia when you have to change your lifestyle to manage it. A phobia is an extreme or irrational fear or dread aroused by a particular object or circumstance, to the point where it severely restricts your life." It goes on to say that whilst phobias of uncommon things such as snakes (in Britain) won’t usually affect everyday life, phobias of commonly encountered things can make it very hard to lead a normal life. Men are, of course, very commonly encountered things and therefore we should not underestimate the profound impact a fear of and aversion to them can have on the life and prospects of phobics. One counselling site says of Androphobia, "Though women who suffer from this disorder may realize that there is very little reason to be afraid of men, the fear persists, thus leading to severe, repeated anxiety around men that can often interfere with everyday activities." Causes of androphobia are suggested to include trauma and genetics but also cultural influences which include fear-mongering. A prominent form of feminism which perpetuates fear of and aversion to men could certainly be one such influence.


Hier geht es weiter mit dem Artikel von Helen Pluckrose.

"Ganz viele Frauen haben ja schon Angst, auf die Straße zu gehen" tönte Anne Wizorek zum Höhepunkt der #Aufschrei-Debatte über sexuelle Belästigung. Wenn das zutrifft, benötigen diese Frauen Hilfe, aber ganz sicher nicht, indem ihre psychische Beeinträchtigung durch das weitere Schüren von Ängsten verstärkt und verfestigt wird – beispielsweise indem man Komplimente zu traumatisierenden Übergriffen erklärt. Helen Pluckrose erläutert, wie diese Hilfe stattdessen aussehen kann:

Cognitive behavioral therapy for the treatment of irrational fears focuses upon realistic assessments of risk, determining reasonable precautions against it and then, having put one’s fear into perspective, living a full life. It is possible that any man a woman encounters in her daily life could violently attack and rape her but almost every such encounter results in no such thing. Dr Bruce Hubbard describes it like this, "CBT helps replace catastrophic cognitions with reasonable beliefs. When fear begins, it’s important to remind yourself to review the evidence that this is a false alarm, you are not in danger. The goal is to develop a nurturing, coaching inner voice to help stay grounded and effectively accept and cope with panicky feelings as they run their course." The already tiny risk of violent attack can be reduced further by taking the same kind of precautions one takes against other kinds of crime and using the same kind of judgement one uses with other kinds of relationships. If we live life in constant fear and distrust of men, we could possibly reduce the risk further but at what cost? Avoiding interactions and relationships with half the population reduces the likelihood of having friends, lovers and meaningful bonds too.

(...) I am concerned by the neurotic attempts to catastrophize non-injurious sexual assault experienced by women beyond any other form of criminal behavior of which we (and men) could become a victim. I don’t want my daughter to be told that being shown a penis, being subjected to sexual comments or experiencing a hand placed somewhere it has no right to be is a terrible trauma from which she may never recover. Even less do I want her to think this represents a society which is hostile and dangerous to her and which she should only approach with caution. I want her to know that these behaviors are unacceptable. Some of them are crimes she should report. Others indicate individuals she should avoid. They are not to be dismissed or excused. They are not the end of the world.

(...) You are likely to be criticized or laughed at in public at some point in your life and experience shame or embarrassment. If your fear of being criticized or laughed at causes you to avoid being around people in work or social environments, your sociophobia needs treating.

You are likely to encounter a boorish or abusive man who will make sexual comments, attempt to grope you or show his genitalia at some point in your life. If your fear of such men causes you to avoid being around the entire male half of the population, trusting men, working with men, having relationships with them and speaking of them without hostility and negative generalisations, your androphobia needs treating.


Vielleicht ist das ein zentraler Unterschied im Frauenbild von Feministinnen und Maskulisten. Die wortführenden Feministinnen scheinen eher zu denken: Frauen sind tendenziell schwach und müssen gesetzlich vor so fiesen Dingen wie Komplimenten und Hinterher-Pfeifen geschützt werden. Maskulisten denken eher: Frauen sind tendenziell stark und können sich die nötigen Kompetenzen aneignen, um mit den Belastungen des Alltags eigenständig umzugehen.



5. Die Post. Einer meiner Leser informiert mich über einen Fall, bei dem die sexistische Justiz in unserer Gesellschaft besonders sichtbar wird:

Daniella Hirst 28 und Craig Smith 31, beide aus dem englischen Bridlington zogen in einer öffentlichen Pizzeria vor den Angestellten eine Sex-Nummer ab. Dabei wurden sie von einer Überwachungskamera gefilmt. Dieses Video gelangte wohl in das Internet und hatte zur Folge, dass sich beide wegen Sex in der Öffentlichkeit jetzt vor Gericht verantworten mussten.

Hier die Urteile:

Frau Hirst:

12-monatige Gemeindebefreiung.

23 Wochen lang eine Ausgangssperre, täglich zwischen 19 und 7 Uhr.

10 Tage Rehabilitation abschließen und einen Opferzuschlag von 85 Pfund zu bezahlen.

Herr Smith:

12-monatige Gemeindebefreiung.

23 Wochen lang eine Ausgangssperre, täglich zwischen 19 und 7 Uhr.

15 Tage Rehabilitation abschließen und einen Opferzuschlag von 85 Pfund zu bezahlen.

Also 5 Tage Rehabilitation mehr als wie Frau Hirst.

Zusätzlich wurde er verurteilt, sozusagen als Männer-Bonus:

Zum Ableisten von 200 Stunden unbezahlter Arbeit.

Herr Smith rief vor Gericht: "Warum muss ich das extra machen ?!"

Eine Antwort blieb wohl aus.

Hier haben wir so einen Fall, wo eine Frau zusammen mit einem Mann zu je 50% an ein und dem selben Vergehen beteiligt waren, sie hatten zusammen Sex in der Öffentlichkeit.

Warum brummt man dem Mann eine Extra-Strafe auf?

Dienstag, Oktober 17, 2017

Feministin lernt als Hure die Männer kennen – News vom 17. Oktober 2017

1. Die Berliner Zeitung berichtet:

Stephani, heute 31, versteht ihre Zeit im Bordell auch als eine Art privates Sozialexperiment. "Geld war nicht mein Motiv", sagt sie. "Es war Neugier. Ich bin in eine extreme Rolle gegangen, um die Rollen der anderen zu verstehen." Die Autorin beschreibt sich als Tochter aus gutem Hause, Einser-Schülerin, Verehrerin von Feministin Alice Schwarzer. Als sie ihr Philosophiestudium in Berlin begonnen hatte, wollte sie den "Feind" kennenlernen: den Mann im Bordell. Dann wunderte sie sich, wie leicht ihr die Rolle als Hure fiel - und dass sie weder Feinde traf noch Männer-Monster.

(...) Auch Simone Wiegratz hat die Kurfürstenstraße für Hydra im Blick. (...) "Eine Diskussion über Sexualität gibt es doch gar nicht", sagt Wiegratz. "Da gehört Ehrlichkeit dazu. Und so lange Männer, die zu Prostituierten gehen, sofort in eine Täterecke gestellt werden, kommt das auch nicht in den Blick."




2. Gute Aussichten, Familienministerin zu werden, hat angeblich die FDP-Politikerin Katja Suding, die maßgeblich dafür verantwortlich sein soll, dass ihre Partei das Wechselmodell (gemeinsame Sorge beider Eltern für ihre Kinder auch nach einer Trennung) befürwortet. Die feministische Gruppe "Pinkstinks" polemisiert gegen Suding in dem Beitrag "Nicht meine Ministerin". Die Autorinnen zeigen sich "alarmiert" und berichten von "schlaflosen Nächten". Die FDP fordert nämlich mit Slogans wie "Mündige Bürger statt Plakatpolizei", dass Menschen auch Plakate, die "Pinkstinks" und anderen Feministinnen nicht gefallen, tolerieren sollten.



3. Der Berliner Tagesspiegel befindet zu dem aktuellen Gerichtsurteil, dem zufolge ein Mann kein Gleichstellungsbeauftragter werden darf:

Das mag ein Rezept für frühere Aufbrüche gewesen sein. Heute stellt sich die Lage komplexer dar, und es wird immer deutlicher, dass nicht Nachteile für die einen beseitigt, sondern Vorteile für alle geschaffen werden müssen. (...) Leider fehlt es an Impulsen. Alle haben sich an Frauen als Beauftragte gewöhnt. Läuft es schlecht, wird es ein Thema für die AfD.




4.
Eine Staatssekretärin unter Schock! Nein, sie wurde nicht überfallen, beleidigt oder auf der Könne Domplatte begrapscht. Ihr wurden Komplimente dargebracht. So etwas darf nie mehr passieren.


Anabel Schunke kommentiert auf "Tichys Einblick" unter der Überschrift "Feminismus in der Sackgasse".

Auch Christian Schmidt widmet der Affäre um die SPD-Politikerin eine lesenswerte Analyse.

Chebli erklärte inzwischen, sie habe mit ihrem Facebook-Eintrag "eine Sexdebatte anstoßen" wollen. In dem Artikel, der darüber berichtet, heißt es, Chebli sei "anzüglich angemacht worden".

Währenddessen widerspricht eine Vertreterin der Deutsch-Indischen Gesellschaft Cheblis Darstellung des Sachverhalts und wirft der Staatssekretärin ihrerseits Sexismus vor.



5. Die liberale Feministin Cathy Young äußert sich zu den Vorwürfen sexueller Übergriffigkeit, die dem Filmproduzenten Harvey Weinstein gemacht werden: It's Good Harvey Weinstein Was Stopped. But Let's Not Start a Witchhunt.

Montag, Oktober 16, 2017

Übler Sexismus: Staatssekretärin immer noch unter Schock – News vom 16. Oktober 2017

1. Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebili wurde derart sexistisch angegangen, dass dies bei ihr zu einem länger anhaltenden Schockzustand führte: Ein Botschafter außer Dienst habe sie von einem Podium herab als "jung und schön" bezeichnet. "Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus", schrieb Chebili über den Eklat. "Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt." Ich möchte mich eigentlich von derart unverschämten Herabwürdigungen distanzieren, andererseits ...

Zustimmung erhält Chebili von Anja Schillhaneck (Grüne).



2. Den Shitstorm der Woche erntet diesmal ein Frauenmagazin.



3. Die Schweizer SP will sich konsequent feministisch ausrichten und verabschiedete ein "Manifest für eine konsequente feministische Sozialdemokratie". Feministische Themen müssten ins Zentrum der Partei rücken, hatte Natascha Wey, Co-Präsidentin der SP-Frauen, zuvor gefordert. Männer in der Partei müssten mehr über feministische Themen sprechen.



4. Die Süddeutsche Zeitung vertritt die These, man könne Fälle sexueller Belästigung wie bei Harvey Weinstein unterbinden, wenn man nur aufhören würde, sich über das Binnen-I lustig zu machen. Christian Schmidt argumentiert dagegen und schlägt – wenig hoffungsvoll – alternative Methoden vor.



5. Die neueste Geschlechterstudie: Männer mit hohem Status sind eher als Frauen mit hohem Status bereit, Belohnungen mit ihren Unterstützern zu teilen.

Sonntag, Oktober 15, 2017

Wie Kindesmissbrauch in Moscheen tabuisiert wird – News vom 15. Oktober 2017

1. Bisher war die Berichterstattung über sexuellen Missbrauch durch Geistliche auf den christlichen Glauben beschränkt. Vor einigen Tagen brach die MDR-Reihe "Fakt" mit dem Tabu über Kindesmissbrauch in Moscheen. Ich lasse mich von Menschen, die sich bei diesem Thema auskennen, gerne eines Besseren belehren, habe aber den Eindruck, es ist kein Zufall, dass es sich auch hier bei dem beispielhaft genannten Fall um einen Jungen dreht. Wenn meine Vermutung zutrifft, verschleiert der Begriff "Kindesmissbrauch" einmal mehr die Geschlechtszugehörigkeit der meisten Opfer.



2. Der antideutsche Publizist Magnus Klaue kündigt einen Vortrag an, in dem er erklärt, weshalb man "notwendig bekämpfen" müsse, "was heute Feminismus heißt".



3. In linken Wochenmagazin "Freitag" weist Stefan Hetzel auf eine Debatte zwischen Camille Paglia und Jordan Peterson hin. Titel des Beitrags: "Dem Vulgärfeminismus den Garaus machen".



4. Beim Thema "Diskriminierung von Jungen und Männern in anderen Teilen der Welt" werfen wir heute den Blick nach Ghana.



5. Die Post. Einer meiner Leser schreibt mir heute:

Hallo Arne,

vermutlich kennst Du diese Seite schon. Ich wollte sie Dir dennoch nicht vorenthalten. Hier kann man Belästigung melden. Interessant daran ist, dass die Meldefunktion geschlechtsneutral ist (ich habe es ausprobiert und eine Belästigung gemeldet), aber die ganzen darunterliegenden Hilfsangebote ausschliesslich für Frauen sind. Ich wollte also melden, dass mir meine Chefin mal an den Hintern gepackt hat, aber im Grunde schiesst sich jeder Mann, der auf dieser Seite eine Belästigung meldet, sich selbst ins Knie, da meine Belästigung nun als Mann-gegen-Frau-Belästigung gezählt wird, weil auf der Seite wohl niemand in Betracht zieht, dass auch Männer von Frauen belästigt werden.

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